Projekte und Aktivitäten im Burgerwald

Auengebiet von nationaler Bedeutung

Der Oberburg- und Winterseyschachen ist ein Auengebiet von nationaler Bedeutung und steht als solches unter Naturschutz. Das Gebiet umfasst auentypische Lebensräume und fördert eine grosse ökologische Vielfalt. Es ist geprägt von einem abwechslungsreichen Mosaik an Lebensraumelementen, welches vielen seltenen Pflanzen- und Tierarten Platz bietet. Gemäss Naturschutzvertrag zwischen der Burgergemeinde Burgdorf als Waldeigentümerin und dem kantonalen Amt für Wald, der ein 50-jähriges Nutzungsverbot im Winterseyschachen vorsieht, soll sich die Natur hier ohne Zutun des Menschen frei entwickeln und entfalten können. Dagegen darf der Wald im Oberburgschachen genutzt werden.

Eschentriebwelke

Seit rund 8 Jahren werden viele Jung- und Alteschen von der Eschentriebwelke befallen. Ursache ist ein Pilz, welcher sich mittlerweile in über 20 Ländern Nord-, Ost- und Mitteleuropas verbreitet. Der Krankheitsverlauf schreitet rasch voran, und viele Eschen werden in den nächsten Jahren absterben. Die toten Eschen, respektive mögliche herunterfallende tote Eschenäste, stellen für Personen auf dem Wanderweg ein Sicherheitsrisiko dar. Deshalb mussten unlängst rund 180 Bäume gefällt werden.

Eines der Ziele im Naturschutzgesetz beabsichtigt ein grösseres Angebot an Tot- und Altholz. Dieses bildet sogenannte ökologische Nischen, die im herkömmlich bewirtschafteten Wald nicht ausreichend vorhanden sind. Deshalb sind aus ökologischer Sicht tote Bäume in grosser Anzahl sehr erwünscht. Sie sichern das Überleben vieler Arten. Im Sinne eines Versuchs wurden nun zahlreiche vom Eschentriebsterben betroffene Bäume auf einer Höhe zwischen 4 und 6 Metern gekappt und die Krone teilweise im Baumbestand liegen gelassen. Die hoch angesetzte Schnitthöhe sorgt für den Verbleib der Eschen und für ein stehendes Totholzangebot auf der behandelten Fläche. Einzig Bäume, welche unmittelbar am Wegrand standen, wurden vollständig gefällt.

 

Preis für die Förderung der Eiche

Für die vorbildliche Bewirtschaftung und die Förderung der Eiche als landschaftsprägende Baumart im Gebiet Schönebüeli verleiht der Verein proQuercus der Burgergemeinde Burgdorf die Auszeichnung proQuercus 2018.

Das Schönebüeli ist ein kleiner Hügel, der direkt an die Besiedlung der Stadt Burgdorf angrenzt. Mit seinem Mosaik aus Offenland und eichenreichen Gehölzen stellt es für die Bevölkerung ein geschätztes Naherholungsgebiet dar. Landschaftlich besonders wertvoll sind die Verzahnung von Kulturland und Wald sowie das prägende Bild mächtiger Eichen.

Eigentümerin der Landflächen ist die Burgergemeinde Burgdorf. Die Burgergemeinde ist sich des besonderen Wertes des Schönebüeli für Mensch, Tier und Pflanzen bewusst. Mit gezielten Massnahmen unter Einbezug der Interessen aus Forst und Wald, Landwirtschaft, Natur- und Vogelschutz sowie aus der Bildung will sie die Biodiversität erhalten und fördern. Das besondere Gepräge aus Solitär-Eichen und kleineren Gruppen von Alteichen soll eine markante Aufwertung erfahren. An geeigneten Standorten soll die Eichenverjüngung gefördert werden. Die Burgergemeinde Burgdorf will zudem Wissen über die Baumart Eiche vermitteln bezüglich Botanik, Waldbau, Nutzung und Verwendung, und sie will die Entwicklung der andschaftselemente auf dem Schönebüeli dokumentieren.