Burger Journal 01 - April 2019
sagt Werner Kugler. Die toten Eschen, respektive mögliche herunterfallende tote Eschenäste, stellen für Personen auf dem Wanderweg ein Sicherheitsrisi ko dar. Und die Verkehrssicherungspflicht obliegt der Einwohnergemeinde als Wegbetreiberin. In deren Auf trag übernimmt der Forstbetrieb der Burgergemeinde die entsprechenden Arbeiten. «Deshalb haben wir un längst rund 180 Bäume fällen müssen.» BEWAHREN DES ÖKOSYSTEMS Ein Holzschlag auf Bodenhöhe ist aber nicht der ein zige Eingriff, welcher die Burgergemeinde Burgdorf in Absprache mit dem Kanton im Winterseyschachen vollzogen hat: Eines der Ziele im Naturschutzgesetz beabsichtigt ein grösseres Angebot an Tot- und Alt holz. Dieses bildet sogenannte ökologische Nischen, die im herkömmlich bewirtschafteten Wald nicht aus reichend vorhanden sind. «Es gibt im Ökosystem viele Arten wie Insekten, Pilze und Bakterien, welche tote Bäume besiedeln», erklärt Werner Kugler. Deshalb seien aus ökologischer Sicht tote Bäume in grosser Anzahl sehr erwünscht. «Sie sichern das Überleben vieler Arten.» Im Sinne eines Versuchs wurden nun zahlreiche vom Eschentriebsterben betroffene Bäume auf einer Höhe zwischen 4 und 6 Metern gekappt und die Krone teilweise im Baumbestand liegen gelassen. «Die hoch angesetzte Schnitthöhe sorgt für den Ver bleib der Eschen und für ein stehendes Totholzangebot auf der behandelten Fläche.» Einzig Bäume, welche unmittelbar am Wegrand standen, wurden vollständig gefällt. Somit ergibt sich für Waldbesucher ein etwas un gewohntes Bild, an das sie sich jedoch gewöhnen müssen. Die Abteilung für Naturförderung des LANAT sowie das Amt für Wald erhoffen sich durch die unkonventionelle Aktion, bei welcher ein imposanter Vollernter zum Einsatz kam, neue Erkenntnisse im Umgangmit absterbenden Eschen in den Naturschutz gebieten. Mit einer Vollerntemaschine, einem so genannten Königstiger mit 15 Metern Kranlänge, wurden Anfang Februar im Winterseyschachen zahlreiche kranke Eschen «gekappt».
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