Burger Journal 09 - April 2023

In Waldkindergärten oder Waldspielgruppen erlernen die Jüngsten früh und ganz selbstverständlich einen respektvollen Umgang mit der Natur, dem Wald und seinen Bewohnern. Schloss 100m 50m Burganlage «Burgus» zur Burg gehörende Ministerialen-Siedlung Gründungsstadt (um 1200) Oberstadt Ost (1225-1250) Holzbrunnen (1250-1300) Kaufhaus 1 1 Niederes Spital 2 2 Franziskanerkloster 3 3 Abbildung Stadterweiterungen Nach Armand Baeriswyl in Stadt, Vorstadt und Stadterweiterung im Mittelalter ADEL, BÜRGER, MACHT UND FREIHEIT 1273 war Burgdorf eine Baustelle. Zumindest in der Unterstadt waren die Arbeiten an und um die Gewerbesiedlung Holzbrunnen noch nicht abgeschlossen und ins Stocken geraten. Der neue Schlossherr Eberhard I., kaum an der Macht, wollte sich vermutlich mit der Forcierung der Erweiterungsarbeiten als mächtiger Förderer der Stadt profilieren. So fiel zum Beispiel auch der Baubeginn am «niederen Spital» in seine ersten Amtsjahre. Mittlerweile wohnten in Burgdorf wohl etwa 500 Personen ganz verschiedenen Standes. Da waren die Ministerialen, welche in den «besseren» Häusern der Stadt lebten aber in der Regel ausserhalb der Stadt rund um ihre eigenen kleinen Ministerialburgen über Ländereien verfügten, von deren landwirtschaftlichen Erträgen sie feudal leben konnten. Sie waren nicht selten im Ritterstand und standen einerseits im Dienst der Herrschaft auf dem Schloss. Gleichzeitig verfochten sie aber auch die Interessen der städtischen Entwicklung. Sie waren es auch, die vorerst die meisten wichtigen Ämter inne hatten und in dem gerade erst 1271 etablierten «Rat der 12», der die Stadt vertreten sollte, sassen. Ihre klingenden Namen lassen ihre Machtposition erahnen: Da gab es zum Beispiel einen Ulrich von Burgdorf, ein Geschlecht, das später den Namen Pistor oder Pfister annahm. Oder die Herren von Eriswyl, die auch mal den Schultheissen stellten, oder die Michel von Schwertschwendi, welche über viele Jahre auch als Burgermeister amteten. Sie und viele weitere Vertreter des Landadels galten durch ihren Wohnsitz innerhalb der Stadtmauern als Burger zu Burgdorf, auch wenn ihr Stand nur EBERHARD I. VON HABSBURG-LAUFENBURG HATTE EBEN ERST DIE JUNGE ANNA VON KIBURG GEHEIRATET UND WURDE SO ZUM NEUEN HERREN ÜBER DIE KIBURGER HERRSCHAFTSGEBIETE. DIE BURGDORFER LIESSEN SICH UMGEHEND IHRE STADTRECHTE IN FORM DER HANDFESTE BESTÄTIGEN UND ERWEITERN. Der Weg zur Bürgerschaft

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