Burger Journal 14 - November 2025

Wir haben ein Erbe zu verwalten, mit dem wir viel Gutes ermöglichen können. Das soll so bleiben, ganz unabhängig davon, wer gerade auf den Sesseln im Burgerratszimmer sitzt. Aber ja. Natürlich gibt es Projekte, die nicht so weit fortgeschritten sind, wie ich mir das wünsche. Aber die Grundrichtung stimmt. Die Burgergemeinde ist gut und gesund unterwegs, auch nach neun Jahren Bürgi als Präsident (lacht). HERAUSFORDERUNGEN, DIE ES IN SICH HATTEN Burger Journal: Gab es während eurer Amtszeit besondere Herausforderungen und spezielle Situationen? Stefan Liechti: Die Turbulenzen rund um das Sommerhaus waren anspruchsvoll. Wir mussten sehr rasch abwägen, Entscheidungen treffen und verantwortungsvoll handeln. In meinem Ressort, dem Wald, ist bestimmt die Vielfalt der Nutzergruppen eine ständige Herausforderung. Das Konfliktpotenzial zwischen Menschen und Tieren, die im Wald Ruhe suchen und Menschen, die sich darin sportlich oder sonst wie betätigen wollen, ist gross. Als Eigentümerin der beanspruchten Wälder rund um Burgdorf stehen wir im Zentrum der verschiedensten Bedürfnisse. Wir müssen für Sicherheit sorgen, Pflege und Erneuerung des Baumbestands umsetzen und gleichzeitig den Menschen bewusst machen, dass der Wald nach bestimmten Regeln zu nutzen ist. Dies ist eine konstante Aufgabe unseres Teams. Christoph Bürgi: Ja, die Situation im Sommerhaus war auch aus meiner Sicht sehr herausfordernd. Und im Nachhinein hätte man insbesondere in der Kommunikation bestimmt einiges besser machen können. Aber wir haben es trotz des Konkurses der Betriebsgesellschaft geschafft, das Sommerhaus ohne lange Unterbrechung offen zu halten und mit unserer Intervention eine Basis für eine langfristige Fortführung des Traditionshauses zu legen. Eine sehr spezielle Situation ergab sich im Vorfeld des Casino-Umbaus. Die Burgerversammlung hatte dafür 3 Mio. Franken bewilligt. Als das Projekt aber plötzlich finanziell durch die Decke ging und massive Mehrkosten auftauchten, sorgte das für viel Unmut unter den Burgern. Der Burgerrat wurde attackiert, und dies zu recht. Wir hatten die Kosten des ursprünglichen Projekts nicht selber überprüft und uns auf ein finanziell zu wenig durchdachtes Projekt eingelassen, konnten und wollten aber nicht einfach aussteigen. Ideell stand die Burgergemeinde voll und ganz hinter dem Casino. Wegen der massiven Mehrkosten – die Burgergemeinde Burgdorf bezahlte am Schluss fast 4.2 Mio. Franken – wurde es plötzlich zu einem sehr umstrittenen Projekt, etwas was uns sonst eigentlich kaum passiert. In der Regel haben wir die Kosten im Griff.

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