Burger Journal 14 - November 2025

BURGER JOURNAL14 November 2025 Aus dem Inhalt ----- ANSTEHENDE WECHSEL IM BURGERRAT Christoph Bürgi und Stefan Liechti erzählen über ihre Zeit im Burgerrat und darüber, was eine Burgergemeinde im 21. Jahrhundert ausmacht. MINIKUNSTBOX: KULTUR ZUM MITNEHMEN Ein Experiment der Kulturkommission wird zum Publikumserfolg. Lesen Sie in diesem Journal, wer und was dahintersteckt. EIN NEUES ZUHAUSE IN DER BURGERMATT Familie Ducret hat in der Burgermatt ihr Zuhause gefunden. Erfahren Sie, warum sie sich dafür entschieden hat und wie es sich dort lebt.

Liebe Leserin, lieber Leser Christoph Bürgi, Burgerratspräsident Dies ist mein letztes Editorial im Burger Journal. Nach siebzehn Jahren im Burgerrat, davon neun Jahre als dessen Präsident, ziehe ich mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück. Die Arbeit hat mir viel Freude bereitet, und wir konnten in den vergangenen Jahren vieles bewegen, ermöglichen oder selber realisieren. Das gibt ein gutes Gefühl zum Abschied. Möglich war dies nur, weil wir im Burgerrat und zusammen mit den Mitgliedern der Kommissionen sowie den Leiterinnen und Leitern aller Bereiche ein tolles Team bildeten. Ihnen allen und allen engagierten Burgerinnen und Burgern danke ich ganz herzlich. Sie sind der Motor unserer Institution. Nicht einzelne Köpfe, sondern die gemeinsam geteilte Vision einer nachhaltig, fortschrittlich und verantwortungsvoll agierenden Burgergemeinde machen es aus. Ein wirklich grosses Unterfangen, das wir nun abschliessen konnten, ist die Wohnsiedlung auf der Burgermatt. Sie ist für Jung und Alt zu einem neuen Zuhause geworden. Ein schönes Beispiel ist die Familie Ducret, die in dieser Ausgabe des Burger Journals vorgestellt wird. Aber es gibt auch kleinere, innovative Projekte, die Erfolgsgeschichten schreiben. Die Minikunstbox gehört dazu. Wer hätte gedacht, dass dieses witzige und scheinbar unspektakuläre kulturelle Kleinod auf so viel Zuspruch treffen würde. Eine tolle, sympathische Idee mit viel Charme. Nun wünsche ich Ihnen eine anregende Lektüre und alles Gute.

Anstehende Wechsel im Burgerrat ENGAGEMENT FÜR LANGFRISTIGKEIT Stefan Liechti wurde im November 2013 in den Burgerrat gewählt und trat sein Amt am 1. Januar 2014 an. Aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit als Geschäftsführer und Mitinhaber der traditionsreichen Schreinerei Werthmüller war die Übernahme des Ressorts «Wald» naheliegend. Als Bauernsohn hatte er schon früh Interesse an der Land- und Forstwirtschaft. Christoph Bürgi hingegen wurde die Zugehörigkeit zur Burgergemeinde in die Wiege gelegt. Aus familiärer aber auch persönlicher Sicht war klar, dass er sich in dieser Institution engagieren wollte. Mit 36 Jahren wurde er in den Burgerrat gewählt und übernahm per 2017 das Amt des Ratspräsidenten. Mit gerade einmal 43 Jahren wurde er zum vergleichsweise jungen Burgerratspräsidenten gewählt. Trotzdem sei dies nun im Hinblick auf die langfristige Personalplanung der richtige und gut vorbereitete Zeitpunkt, das Präsidium abzugeben. ENTWICKLUNGEN ÜBER DIE VERGANGENEN JAHRE Burger Journal: Hat sich die Rolle der Burgergemeinde während eurer Amtszeit verändert? Christoph Bürgi: Nein. Die Bedeutung, die Ziele und die Aktivitäten der Burgergemeinde haben sich nicht fundamental verändert. Positiv entwickelt hat sich jedoch die Sichtbarkeit unserer Aktivitäten und unseres Engagements in der breiten Bevölkerung. Es wird, CHRISTOPH BÜRGI UND STEFAN LIECHTI SCHEIDEN PER ENDE JAHR AUS DEM BURGERRAT AUS. DIES NACH INSGESAMT 17 BEZIEHUNGSWEISE 12 JAHREN TÄTIGKEIT IN IHREN JEWEILIGEN ÄMTERN. ZEIT FÜR EINEN PERSÖNLICHEN RÜCKBLICK UND EINEN LOCKEREN GEDANKENAUSTAUSCH ÜBER DIE BURGERGEMEINDE.

nicht zuletzt dank dem regelmässig erscheinenden Burger Journal, besser wahrgenommen, wenn wir Projekte massgeblich unterstützen oder in Burgdorf und der Region «Gutes tun». Man hat erkannt, dass die Burgergemeinde mit ihren Ressourcen einen sinnvollen und nachhaltigen Beitrag zur Entwicklung der Stadt und zur Förderung vieler Institutionen leistet. Das alte und längst überholte Image des elitären, vermögenden Zirkels ist wohl endlich vom Tisch. Stefan Liechti: Ich glaube auch, dass sich die öffentliche Wahrnehmung der Burgergemeinde stetig verbessert hat. Es wurde viel aktiver kommuniziert und transparenter informiert. Das führt dazu, dass sich auch jüngere Burgdorferinnen und Burgdorfer von der Burgergemeinde angesprochen fühlen. In den letzten Jahren liessen sich vermehrt junge Familien einburgern. Die Bevölkerung spürt, dass die Burgergemeinde aktiv ist, und das hilft bei der Verjüngung der Burgerschaft. Es geht bei vielen unserer Ziele um die nachfolgenden Generationen und nicht nur um das Hier und Jetzt. MIT BLICK AUF DIE FOLGENDEN GENERATIONEN Burger Journal: Apropos Ziele. Was war eure Motivation für das persönliche Engagement in der Burgergemeinde, und konntet ihr eure Ziele erreichen? Stefan Liechti: Fünf Jahre nach Aufnahme in die Burgergemeinde zusammen mit meiner Familie erfolgte die Wahl in den Burgerrat als Leiter des Ressorts Wald, was meiner Leidenschaft voll und ganz entsprach. Ich wollte mich für die Burgdorfer Bevölkerung engagieren, jedoch nicht in einem politischen Gremium. Da war die Burgergemeinde die ideale Plattform. Und ich glaube, wir konnten in diesem Bereich einiges bewegen. Mit den interessanten und beliebten Waldbegehungen und den Vorträgen von Fachpersonen wurde die Burgerschaft für die aktuellen Waldthemen sensibilisiert. Und es wurde eine breite Akzeptanz geschaffen für die von der Burgergemeinde betriebene Waldwirtschaft, die stets auf die Balance von Nutzung, Schutz und Erneuerung baut. Mir ist es ein Anliegen, dass die Bevölkerung dem Wald mit dem nötigen Respekt und mit Sorgfalt begegnet. Christoph Bürgi: Als Burgerratspräsident geht es weniger um persönliche Ziele während einer Amtszeit als vielmehr um langfristige Verantwortung über das eigene individuelle Wirken hinaus. Als ich gewählt wurde, fühlte ich mich zuallererst einfach geehrt. Ich bin überzeugt von der Institution Burgergemeinde und will dazu gerne etwas beitragen. Und ich setzte mich stets dafür ein, dass wir mit unseren Ressourcen haushälterisch umgehen und bei unseren Aktivitäten immer den Blick auf künftige Generationen richten. Stefan Liechti, Burgerrat Ressort Wald Christoph Bürgi, Burgerratspräsident

Wir haben ein Erbe zu verwalten, mit dem wir viel Gutes ermöglichen können. Das soll so bleiben, ganz unabhängig davon, wer gerade auf den Sesseln im Burgerratszimmer sitzt. Aber ja. Natürlich gibt es Projekte, die nicht so weit fortgeschritten sind, wie ich mir das wünsche. Aber die Grundrichtung stimmt. Die Burgergemeinde ist gut und gesund unterwegs, auch nach neun Jahren Bürgi als Präsident (lacht). HERAUSFORDERUNGEN, DIE ES IN SICH HATTEN Burger Journal: Gab es während eurer Amtszeit besondere Herausforderungen und spezielle Situationen? Stefan Liechti: Die Turbulenzen rund um das Sommerhaus waren anspruchsvoll. Wir mussten sehr rasch abwägen, Entscheidungen treffen und verantwortungsvoll handeln. In meinem Ressort, dem Wald, ist bestimmt die Vielfalt der Nutzergruppen eine ständige Herausforderung. Das Konfliktpotenzial zwischen Menschen und Tieren, die im Wald Ruhe suchen und Menschen, die sich darin sportlich oder sonst wie betätigen wollen, ist gross. Als Eigentümerin der beanspruchten Wälder rund um Burgdorf stehen wir im Zentrum der verschiedensten Bedürfnisse. Wir müssen für Sicherheit sorgen, Pflege und Erneuerung des Baumbestands umsetzen und gleichzeitig den Menschen bewusst machen, dass der Wald nach bestimmten Regeln zu nutzen ist. Dies ist eine konstante Aufgabe unseres Teams. Christoph Bürgi: Ja, die Situation im Sommerhaus war auch aus meiner Sicht sehr herausfordernd. Und im Nachhinein hätte man insbesondere in der Kommunikation bestimmt einiges besser machen können. Aber wir haben es trotz des Konkurses der Betriebsgesellschaft geschafft, das Sommerhaus ohne lange Unterbrechung offen zu halten und mit unserer Intervention eine Basis für eine langfristige Fortführung des Traditionshauses zu legen. Eine sehr spezielle Situation ergab sich im Vorfeld des Casino-Umbaus. Die Burgerversammlung hatte dafür 3 Mio. Franken bewilligt. Als das Projekt aber plötzlich finanziell durch die Decke ging und massive Mehrkosten auftauchten, sorgte das für viel Unmut unter den Burgern. Der Burgerrat wurde attackiert, und dies zu recht. Wir hatten die Kosten des ursprünglichen Projekts nicht selber überprüft und uns auf ein finanziell zu wenig durchdachtes Projekt eingelassen, konnten und wollten aber nicht einfach aussteigen. Ideell stand die Burgergemeinde voll und ganz hinter dem Casino. Wegen der massiven Mehrkosten – die Burgergemeinde Burgdorf bezahlte am Schluss fast 4.2 Mio. Franken – wurde es plötzlich zu einem sehr umstrittenen Projekt, etwas was uns sonst eigentlich kaum passiert. In der Regel haben wir die Kosten im Griff.

SIND BURGERGEMEINDEN EIN AUSLAUFMODELL? Burger Journal: Was entgegnet ihr jenen Leuten, die die Burgergemeinden als überholtes Relikt und Symbol sozialer Ungleichheit betrachten? Stefan Liechti: Man muss sich vor Augen führen, dass das Burgerrecht den Burgdorfer Burgerinnen und Burgern keine finanziellen Vorteile bringt. Es gibt weder Ausschüttungen noch sonstige Bezüge aus den Erträgen oder dem Kapital der Burgergemeinde. Das war in längst vergangenen Zeiten, als es den sogenannten Burgernutzen noch gab, wohl anders. Die Burgergemeinde ist heute vielfältig durchmischt. Sie unterstützt oder finanziert Angebote wie etwa die Stadtbibliothek, damit sie von Menschen aller sozialen Schichten kostengünstig genutzt werden kann. Auch in der Kultur- und Sportförderung ist die Burgergemeinde sehr engagiert. Christoph Bürgi: Stefan Liechti hat recht. Die Burgergemeinde verwaltet ein grosses Erbe zugunsten der Allgemeinheit. Individuelle Bereicherung daraus gibt es nicht. Ergänzend möchte ich aber noch einen anderen Gedanken ins Spiel bringen: Ich bin überzeugt, dass Burgergemeinden, wie sie heute agieren, geradezu modellhaft ein zukunftsfähiges und vor allem nachhaltiges Wirtschaften vorleben. Das Modell heisst «gemeinschaftliches Eigentum» und «nachhaltiger Umgang mit Gemeingütern». Elinor Ostrom, immerhin Nobelpreisträgerin für Ökonomie, vertritt die Meinung, dass gemeinschaftlich genutzte Ressourcen wie etwa Wälder, Boden oder Fischbestände gerade in selbstorganisierten Gruppen nachhaltig und nicht zwangsläufig zerstörerisch genutzt werden können. Voraussetzung dafür sind einige wenige Regeln, die eingehalten werden müssen. Ohne hier ins Detail gehen zu können, widerlegt Elinor Ostrom die verbreitete Annahme, dass gemeinschaftliches Eigentum, wie früher die Allmende, per se zu Missbrauch führt, wenn die Organisation und die institutionellen Bedingungen stimmen. Ich halte dies in der heutigen Zeit und als Inspiration für kommende Generationen für einen sehr interessanten Ansatz, der sich in den Leitgedanken der Burgergemeinde bereits widerspiegelt. Die Burgergemeinde ist also kein Auslauf-, sondern vielmehr ein Zukunftsmodell: Wirtschaften jenseits von kurzfristiger Gewinnmaximierung und gemeinschaftliche Nutzung von gemeinschaftlichem Eigentum. Und ganz wichtig: Nachhaltiger, langfristig gedachter Umgang mit allen Ressourcen zugunsten der nachfolgenden Generationen. Das ist doch das Gebot der Stunde im 21. Jahrhundert.

KUNST EN MINIATURE Es sieht aus wie ein Überbleibsel aus einer anderen Zeit: ein alter Zigarettenautomat der Marke Wurlitzer aus den 1980er-Jahren. Doch wer hier fünf Franken einwirft, zieht kein Päckchen Nikotin, sondern ein Stück Kultur – liebevoll verpackt, handgemacht, überraschend. Die minikunstbox bringt Kunst dorthin, wo man sie nicht unbedingt erwartet. Und sie tut dies auf eine so charmante Weise, dass man sich fragt: Warum gibt es das nicht überall? Die Idee stammt aus der Kulturkommission der Burgergemeinde Burgdorf. «Wir wollten ein Projekt lancieren, das Kunstschaffende aus der Region sichtbar macht und zugleich einem breiten Publikum zugänglich ist», erzählt Alexandra Kunz, die als Co-Kuratorin das Projekt massgeblich mitträgt. Seit der Kulturnacht 2024 steht die minikunstbox an wechselnden Orten in der Stadt – zuerst im Casino Theater, inzwischen im Foyer des Schlosses, direkt beim Museumseingang. Wer vorbeikommt, kann spontan eine kleine Box mit einem Kunstwerk ziehen, gestaltet von einer Künstlerin oder einem Künstler aus der Region. Es kann ein gefaltetes Gedicht sein, ein Linolschnitt, ein Klangexperiment oder eine Mini-Plastik. Alles ist erlaubt, solange es in eine kleine Kartonschachtel passt und den Ansprüchen der Kulturkommission gerecht wird. 700 BOXEN SIND SCHON RAUS Denn die minikunstbox ist nicht einfach ein hübscher Gag. «Wir legen grossen Wert auf Qualität», sagt CoKurator Raff Fluri. Jedes einzelne Kunstwerk wird von Hand verpackt und mit Sorgfalt zusammengestellt. Die Kulturkommission, der neben Raff Fluri und AlexEIN ALTER ZIGARETTENAUTOMAT, GEFÜLLT MIT KUNST STATT TABAK: DAS ERFOLGSPROJEKT «MINIKUNSTBOX» BRINGT ÜBERRASCHENDE KULTURHÄPPCHEN IN DEN ALLTAG DER BURGDORFERINNEN UND BURGDORFER. WAS ALS EXPERIMENT DER KULTURKOMMISSION DER BURGERGEMEINDE BEGANN, HAT SICH ZU EINEM PUBLIKUMSLIEBLING ENTWICKELT. minikunstbox: Kultur zum Mitnehmen

andra Kunz auch Mirjam Hässig, Remo Zumstein und Präsident Lorenz Landolt angehören, entscheidet über Inhalte und Beiträge. «Die öffentliche Ausschreibung macht das Projekt zwar aufwändiger», so Raff Fluri, «aber auch spannender. Wir haben inzwischen rund 700 Boxen mit Beiträgen von 39 Kunstschaffenden umgesetzt.» Dazu kommen über die Zusammenarbeit mit dem Kulturzeugkasten in Brig auch einige aus anderen Teilen der Schweiz. Der Automat selbst hat eine kleine Vorgeschichte. Die Kulturkommission hatte sich auf die Suche nach einem passenden Gerät gemacht – zuerst online, dann auf eigene Faust in Restaurants, Brockenhäusern und Lagerräumen. Mehrere Maschinen wurden gekauft, um zu testen, was sich umbauen lässt. Gebraucht wurde nicht nur Technikverständnis, sondern auch viel Experimentierfreude. Das Design samt Logo und dem Teppich, auf dem der Automat steht, stammt von Alexandra Kunz. Entstanden ist ein markantes Objekt, das nicht nur die Inhalte transportiert, sondern selbst Teil des Projekts ist. INTERAKTION MIT DEM PUBLIKUM Finanziert wird die minikunstbox von der Burgergemeinde Burgdorf. Es ist wie der Kultur- und Kulturförderpreis ein Projekt, das direkt aus der Kulturkommission heraus entstanden ist. «Wir sind ein tolles Team und haben jeweils spannende Sitzungen», sagt Präsident Lorenz Landolt. «Trotzdem – oder gerade deshalb – ist es harte Arbeit.» Die Administration sei aufwändig, sagen auch Alexandra Kunz und Raff Fluri. Die Resonanz überwältigend, die Bevölkerung begeistert, die Kunstschaffenden ebenfalls. «Das direkte Feedback ist durchwegs positiv. Viele ziehen nicht nur eines, sondern gleich mehrere Päckchen.» Dabei geht es nicht nur um Kunstkonsum. «Ein Ziel war von Anfang an, eine Interaktion zwischen Kunstschaffenden und Publikum zu ermöglichen», erklärt Raff Fluri. Viele der Werke enthalten Hinweise auf Social-Media-Profile oder QR-Codes zu weiterführenden Inhalten. So entsteht ein spielerischer Dialog zwischen analoger und digitaler Welt. Die minikunstbox schafft Begegnungen, auch zwischen Menschen, die sich sonst vielleicht nicht mit Kunst beschäftigt hätten. Zudem vernetzt die minikunstbox im Internet und auf Social Media auch die Kunstschaffenden selbst. Das Projekt ist vorerst auf drei Jahre befristet. Die Kulturkommission plant bereits neue Ideen, aber vieles ist noch offen. Der nächste Standort der minikunstbox steht ebenfalls noch nicht fest. Sicher ist: Die minikunstbox wird weiterreisen – und mit ihr die kleinen Überraschungen, die sie bereithält. Denn manchmal reicht eine kleine Schachtel, um Grosses auszulösen. Hier ist Tüfteln angesagt: Raff Fluri justiert die minikunstbox an einem ihrer Standorte. Wohin die Reise der minikunstbox als nächstes geht, steht noch nicht fest.

Burgermatte FAMILIE DUCRET IST ANGEKOMMEN Maurice und Daniela Ducret wussten schon früh, dass sie den Schritt ins Eigenheim irgendwann machen wollten. Als sie 2018 an der Burgdorfer Gewerbeausstellung erstmals vom Projekt Burgermatt hörten, war das Interesse sofort geweckt. Die Idee einer verkehrsfreien, familienfreundlichen Siedlung unmittelbar am Ufer der Emme sprach sie an. Und sie blieben dran. Sechs Jahre später, im Februar 2024, zogen sie mit ihren beiden Töchtern Jael und Mayla in ihre 5½-Zimmer-Doppelhaushälfte ein. Die Familie lebte zuvor zur Miete in einer 4½-ZimmerWohnung in Burgdorf. «Wir wollten etwas Eigenes – mit mehr Raum und langfristiger Perspektive», sagt Maurice Ducret, der als Entwicklungsleiter in der Medizinaltechnik tätig ist. Daniela Ducret, Hausfrau und Teilzeit-Kauffrau, ergänzt: «Uns gefiel das Konzept der Burgermatt, vor allem die Mischung aus Nähe zur Natur, guter Erreichbarkeit und Gestaltungsmöglichkeiten beim Ausbau.» Dass das Projekt von der Burgergemeinde getragen wurde, habe zusätzlich Vertrauen geschaffen. ÖKOLOGISCHE BAUWEISE Die Wohnüberbauung Burgermatt umfasst insgesamt 43 Einheiten: 12 Doppeleinfamilienhäuser und 31 Reihenhäuser. Sie liegt zentral, aber ruhig, mit direktem Zugang zur Emme und dennoch in angenehmer Nähe zu Schul- und Sportanlagen sowie Einkaufsmöglichkeiten. Die Siedlung ist autofrei konzipiert; unter dem Gemeinschaftsplatz befindet sich eine Einstellhalle, die direkten Zugang zu den einzelnen Häusern bietet. SEIT FEBRUAR 2024 LEBT FAMILIE DUCRET IN DER NEUEN ÜBERBAUUNG BURGERMATT IN BURGDORF. DAS NACHHALTIG GEBAUTE EIGENHEIM IM NORDWESTEN DER EMMESTADT BIETET NEBST VIEL PLATZ UND RUHE AUCH EIN QUARTIERLEBEN, DAS VON ANFANG AN ÜBERRASCHEND VERBINDEND UND UNKOMPLIZIERT WAR. Ein neues Zuhause in der Burgermatt

Die Gebäude wurden in ökologischer Holzelementbauweise errichtet, die Doppelhaushälften erfüllen den MINERGIE-P-Standard. Die Wärmeerzeugung erfolgt über eine zentrale Pelletanlage, was ökologisch sinnvoll und betrieblich effizient ist. Das Haus der Ducrets wurde in mehreren Punkten individuell angepasst. Der Grundriss im Obergeschoss wurde auf ihre Wünsche abgestimmt, beim Innenausbau konnten sie Materialien, Farben und Ausstattung frei wählen. Das Erdgeschoss ist offen gestaltet – mit Wohn- und Essbereich, offener Küche sowie einem zusätzlichen Raum, der als Büro genutzt wird. Im Obergeschoss befinden sich drei Schlafzimmer – eines davon mit Balkon – und ein grosszügiges Bad mit Tageslicht. Über eine interne Treppe gelangt man zur halboffenen Dachterrasse, die als geschützter Rückzugsort dient. «Gerade im Sommer ist das ein angenehmer Ort, um den Tag ruhig ausklingen zu lassen», sagt Daniela Ducret. Im Untergeschoss befinden sich die Waschküche sowie ein geplanter Hobbyraum, der aktuell im Aufbau ist. Die beheizte Wohnfläche beträgt 145 Quadratmeter, dazu kommen 74 Quadratmeter Keller und 235 Quadratmeter Aussenfläche inklusive Schöpfli, Velounterstand und Zugangstreppe. «Die Bauweise mit den einzelnen Holzmodulen hat uns beeindruckt – und wie schnell alles stand», erinnert sich Maurice Ducret. Auch das Solardach war bei den Doppelhäusern bereits vorgesehen. Für die Familie passte das Gesamtpaket: funktional, nachhaltig und gut eingebettet. GEMEINSCHAFTSLEBEN IM QUARTIER Auch das soziale Umfeld hat sich sehr positiv entwickelt. Viele Familien mit Kindern sind hier eingezogen. «Diesen Sommer haben einige Nachbarn ein Quartierfest organisiert», erzählt Daniela Ducret. Jeder brachte etwas mit, von der Grillstation über Salate bis hin zum Bierwagen. Während der Frauenfussball-EM gab es ein gemeinsames Public Viewing im Unterstand. Die Kommunikation läuft über einen WhatsApp-Chat, der als unkomplizierte Plattform für Austausch, Nachbarschaftshilfe oder spontane Treffen dient. Mit den direkten Nachbarn teilen sich die Ducrets sogar einen Rasenroboter – eine kosteneffiziente Form gelebter Nachbarschaft. Die Lage an der Emme bringt zusätzlichen Mehrwert: Ob für einen Spaziergang, eine Abkühlung im Sommer oder einfach eine kurze Auszeit im Grünen. Die Natur beginnt direkt vor der Haustür. Jael und Mayla schätzen die kurzen Wege zur Schule, zu Freundinnen und in die Stadt, Daniela und Maurice die gute Anbindung und das durchdachte Quartierkonzept. «Alles, was wir brauchen, ist schnell erreichbar, was den Alltag einfacher macht», sagt Maurice Ducret. Der Bezug zur Stadt sei geblieben, ergänzt er, aber mit einem neuen Wohngefühl. AM RICHTIGEN ORT ANGEKOMMEN Vor ein paar Wochen wurden die letzten Wohneinheiten der Burgermatt ihren Eigentümern übergeben. Nach knapp zwei Jahren im Quartier hat sich der Alltag der Ducrets bereits eingependelt. Die neue Umgebung fühlt sich vertraut an, das Haus entspricht den Bedürfnissen der vierköpfigen Familie, das Quartierleben ist unkompliziert und angenehm. Der Einzug ins Eigenheim war nicht nur ein Ortswechsel, sondern ein gelungener nächster Schritt in ihrem Leben. Mit dem Gefühl, am richtigen Ort zu sein – und mit dem Freiraum, sich weiterzuentwickeln.

Bei der Deutung von Familiennamen unterscheidet man folgende Typen: 1. Rufnamen: Benennung nach Vater-, seltener Mutternamen, z.B. Friedrich, Annen 2. Herkunftsnamen: Zugezogene nach ihrer Herkunft, z. B. von Siebenthal, Basler 3. Wohnstättennamen: Einheimische nach ihrem Wohnort, z. B. Imhof, Wegmann 4. Berufsnamen: nach Tätigkeit, Amt, gesellschaftlicher Stellung, z. B. Bauer, Müller, Vogt 5. (Berufs-)Übernamen: nach körperlicher, charakterlicher, biographischer Eigenheit oder beruflicher Tätigkeit, z. B. Schön, Hässig oder Hammer. Man kann Familiennamen in der Regel deuten und sie dem zugrunde liegenden Ruf- oder Ortsnamen (Typen 1 bis 3) oder Gattungswort (Typen 4 und 5) zuordnen. Verliehen worden ist der Name dem ersten Träger aufgrund eines besonderen Merkmals. Schütz Schon anno 1271 lebte ein ,Wernerus Schütz` in Burgdorf. Kaum mit ihm verwandt sind die 1865 eingebürgerten Schütz. Das zu schiessen gebildete sd. Schütz, mhd. schütze m. (vgl. sd. Beck m. «Bäcker» zu bachen) hat mehrere Bedeutungen. Zwei davon kommen für den Namen in Frage, beide typologisch Berufsnamen: Schütz steht für einen, der im Schiessen geübt ist oder sich übt, mit Pfeil und Bogen oder der Armbrust, später dann mit der Feuerwaffe, der Büchse; Schütz kann aber auch «(Flur-)Wächter» meinen, der mit einer Schusswaffe ausgerüstet die Flur bewacht (meist als zum Verb schützen gehörig empfunden). Niederhauser Niderhūs ist ein schweizweit häufiger Hofname, im Emmental ist er etwa in der Gemeinde Affoltern zu finden. Hierbei korrespondiert sd. nider mit ober und weist so auf eine Güteraufteilung hin; wo eine Ober-Entsprechung fehlt, ist an die niedere Lage der Lokalität zu denken. Zu Niderhūs gehört, erweitert mit der Silbe -er, der Familienname Niderhuser (heute Niederhauser), als Wohnstättenname («auf Niderhus wohnhaft») oder als Herkunftsname («von Niderhus zugezogen»). Niederhauser ist alt heimatberechtigt etwa im nahe bei Affoltern gelegenen Wyssachen, von wo die Burgdorfer Niederhauser stammen. Howald Howald ist einzig im Kanton Bern alt bezeugt, vor allem im Oberaargau, in der Gemeinde Graben etwa. Von Graben stammen denn auch die Burgdorfer Howald. Der Name ist als Wohnstättenname zu einem – in der gesamten Deutschschweiz verbreiteten – Flurnamentypus Ho(ch)wald zu deuten und bezeichnet den ersten Howald danach, dass er bei einem Hochwald wohnhaft war – der ch-Laut in der ursprünglichen Zusammensetzung sd. Hōchwald m. ist schon spätmittelalterlich oft geschwunden. Der Hochwald war nicht der hochgelegene oder hochstämmige Wald, sondern der Wald, der in obrigkeitlichem oder in Gemeindebesitz war. Schwammberger Einzig im aargauischen Auenstein ist Schwammberger bereits vor 1800 verbürgert. Ohne ältere Nachweise ist der Name nur schwer zu deuten. Wahrscheinlich geht er als -er-Herkunftsname zurück auf einen Flur- oder Hofnamen Schwandberg, zu sd. Schwand m./f. «Hau, Kahlschlag in einem Wald» und sd. Bërg m. «Erhöhung, Berg»: *Schwandberger «wer von einem Ort Schwandberg zugezogen ist». Die Lautfolge -ndb- wird in der Mundart häufig zu -m(m)b-/-m(m)p- zusammengezogen: schandbar zu mda. schampar oder Gandbach zu Gambach, Lindbach zu Limpach, Sandbüel zu Sambüel usw., und so auch Schwandberg zu Schwammberg. Abkürzungen: sd. = schweizerdeutsch / germ. = germanisch / mhd. = mittelhochdeutsch / ahd. = althochdeutsch / frühnhd. = frühneuhochdeutsch / lat. = lateinisch / Bed. = Bedeutung / m.-f.-n. = maskulin - feminin - neutral / * = erschlossene, so nicht belegte Form Serie: Burgerliche Namen MIT EINER FORTLAUFENDEN SERIE ERLÄUTERN WIR DIE BEDEUTUNG DER NAMEN VON BURGERN IN DER CHRONO- LOGISCHEN REIHENFOLGE IHRER AUFNAHME IN DIE BURGERGEMEINDE. IN DIESER AUSGABE WERDEN DIE NAMEN SCHÜTZ (1865), HOWALD (1865), NIEDERHAUSER(1865) UND SCHWAMMBERGER (1865) GEDEUTET.

Informationen HERAUSGEBER Burgergemeinde Burgdorf Kirchbühl 25, 3400 Burgdorf Tel. 034 422 31 19 info@bgburgdorf.ch www.burgergemeinde-burgdorf.ch KONZEPT DESIGN TEXT YOUHEY Communication, Burgdorf DEUTUNG FAMILIENNAMEN Dr. Andreas Burri BILDER Adrian Gebhard, Benjamin Polli, zvg DRUCK Haller+Jenzer AG, Burgdorf AUFLAGE 11’000 Ex. Das Burger Journal erscheint zweimal jährlich EIN NEUES GESICHT IN DER RATSKANZLEI Seit dem 1. November verstärkt Karin Flury das Team der Ratskanzlei der Burgergemeinde Burgdorf. In ihrer neuen Funktion als Sachbearbeiterin Liegenschaften unterstützt sie die Immobilienbewirtschafterin Carina Guggisberg bei der Verwaltung und dem Unterhalt des Liegenschaftsportfolios. Karin Flury ist gelernte Kauffrau, bringt Erfahrung aus der Transportbranche mit und verfügt über Weiterbildungen im Bereich Immobilienbewirtschaftung. «Ich wollte etwas finden, das mir langfristig Freude macht», sagt sie. Die Arbeit mit Immobilien, insbesondere die Vielseitigkeit zwischen Administration, Kontakt mit Mieterschaft und technischem Unterhalt, entspricht genau ihrem Wunschprofil. Die zweifache Mutter wohnt mit ihrer Familie in Grafenried und arbeitet in einem 60-ProzentPensum. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten mit ihren Kindern, Freunden und – wann immer möglich – am Meer. Wir heissen Karin Flury herzlich willkommen und wünschen ihr einen erfolgreichen Start in Burgdorf! SPANNUNG TRIFFT AUF GENUSS Wenn sich am Samstag, 13. Dezember, im Landgasthof Sommerhaus die Türen zum zweiten Krimidinner dieses Jahres öffnen, erwartet die Gäste ein Abend, der vieles vereint: Spannung, Nervenkitzel, Lachen – und notabene ein feines Menü. Inmitten einer mysteriösen Geschichte sind die Gäste nicht nur Zuschauerin oder Zuschauer, sondern selbst Teil des Geschehens. Ob als gerissene Drahtzieherin oder scharfsinniger Ermittler – jeder Gast hat an diesem Abend auch eine tragende Rolle. Und während Verdachtsmomente hin und her springen und dunkle Geheimnisse ans Licht kommen, serviert das Team vom Sommerhaus ein mehrgängiges Dinner, das dem Abend auch kulinarisch eine besondere Note verleiht. Wo Spannung und Humor auf gutes Essen treffen, wird der Abend zum Erlebnis. Wer dabei sein möchte, sollte sich also rechtzeitig einen Platz sichern.

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