KUNST EN MINIATURE Es sieht aus wie ein Überbleibsel aus einer anderen Zeit: ein alter Zigarettenautomat der Marke Wurlitzer aus den 1980er-Jahren. Doch wer hier fünf Franken einwirft, zieht kein Päckchen Nikotin, sondern ein Stück Kultur – liebevoll verpackt, handgemacht, überraschend. Die minikunstbox bringt Kunst dorthin, wo man sie nicht unbedingt erwartet. Und sie tut dies auf eine so charmante Weise, dass man sich fragt: Warum gibt es das nicht überall? Die Idee stammt aus der Kulturkommission der Burgergemeinde Burgdorf. «Wir wollten ein Projekt lancieren, das Kunstschaffende aus der Region sichtbar macht und zugleich einem breiten Publikum zugänglich ist», erzählt Alexandra Kunz, die als Co-Kuratorin das Projekt massgeblich mitträgt. Seit der Kulturnacht 2024 steht die minikunstbox an wechselnden Orten in der Stadt – zuerst im Casino Theater, inzwischen im Foyer des Schlosses, direkt beim Museumseingang. Wer vorbeikommt, kann spontan eine kleine Box mit einem Kunstwerk ziehen, gestaltet von einer Künstlerin oder einem Künstler aus der Region. Es kann ein gefaltetes Gedicht sein, ein Linolschnitt, ein Klangexperiment oder eine Mini-Plastik. Alles ist erlaubt, solange es in eine kleine Kartonschachtel passt und den Ansprüchen der Kulturkommission gerecht wird. 700 BOXEN SIND SCHON RAUS Denn die minikunstbox ist nicht einfach ein hübscher Gag. «Wir legen grossen Wert auf Qualität», sagt CoKurator Raff Fluri. Jedes einzelne Kunstwerk wird von Hand verpackt und mit Sorgfalt zusammengestellt. Die Kulturkommission, der neben Raff Fluri und AlexEIN ALTER ZIGARETTENAUTOMAT, GEFÜLLT MIT KUNST STATT TABAK: DAS ERFOLGSPROJEKT «MINIKUNSTBOX» BRINGT ÜBERRASCHENDE KULTURHÄPPCHEN IN DEN ALLTAG DER BURGDORFERINNEN UND BURGDORFER. WAS ALS EXPERIMENT DER KULTURKOMMISSION DER BURGERGEMEINDE BEGANN, HAT SICH ZU EINEM PUBLIKUMSLIEBLING ENTWICKELT. minikunstbox: Kultur zum Mitnehmen
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