Burger Journal 02 - September 2019
verhältnisse je länger je mehr unangepasst sind. «Der Wald wird nicht sterben», betont Werner Kugler. «Aber er wird sich wandeln, und die Natur sucht sich ein neues Gleichgewicht.» BEPFLANZTE LOTHAR-FLÄCHE Laut Werner Kugler ist bekannt, welche Baumarten sich für unsere Region eignen und an die geänderten klimatischen Bedingungen angepasst sind. Deshalb wird an neuen Zusammensetzungen der Baumbe stände gearbeitet. So hat die Burgergemeinde, deren Wälder seit jeher einen hohen Laubanteil aufweisen, 2017 ein vom Sturm Lothar betroffenes Gebiet, auf welchem die natürliche Verjüngung und der Nach wuchs nicht funktionierte, mit unterschiedlichsten Baumarten bepflanzt. Neben Nadelhölzern wie Föhren, Douglasien und Weisstannen finden sich auf der um zäunten, ehemals mit Dornen überwachsenen und etwa 1,5 Hektar grossen Fläche auf der Rothöhe zahl reiche Laubbaumarten: Eichen, Ulmen, Ahorne und Linden wurden in so genannten Nestern gepflanzt. Deren Entwicklung wird genau beobachtet und entsprechende Schlüsse gezogen. Ein kostspieliges Unterfangen, was bei einer Fläche wie jener auf der Rothöhe gut und gerne um die 30’000 Franken kostet. Ein anderes Bild zeigt sich auf der gegenüberliegen den Seite des Hügels, wo Borkenkäfer einigen Tannen zugesetzt haben. Dort klafft nun eine erhebliche Lücke, denn befallene Bäume müssen schnell ge schlagen und entfernt werden, um ein Ausbreiten des Befalls zu verhindern. Rund ein Siebtel der jährlichen Nutzungsmenge ist derzeit so genanntes «Käfer holz». Dieses rechtzeitig zu erkennen ist aufwändig. Denn der Baum ist noch grün, wenn fünf bis sechs Wochen nach dem Einstich bereits die nächste Gene ration ausfliegt. Stämme mit Borkenkäferbefall ha bern einen grossen Industrie- und Brennholzanteil. Angesichts des Überangebots ist dessen Vermark tung kein leichtes Unterfangen. Der Klimawandel hat also neben den ökologischen für die Burgergemeinde auch ökonomische Folgen. «Was die Natur macht, ist immer gut», sagt Oberförster Werner Kugler. Trotzdem experimentiert die Waldabteilung der Burgergemeinde mit Ein- griffen – wie hier bei der Pflanzung auf der Rothöhe.
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