Jahre im Voraus», sagt Rolf Steiner, Bereichsleiter Liegenschaftsdienst und Brennholz beim SAZ. «Das Holz, das wir heute geliefert bekommen, wird erst in etwa drei Jahren verkauft.» Diese langfristige Perspektive ist notwendig, denn gutes Brennholz braucht Zeit. Im SAZ beginnt der Prozess mit dem sogenannten «Rüsten»: Die angelieferten Stämme werden in Meterstücke gesägt. Dabei kommen zunehmend AkkuKettensägen zum Einsatz. «Wir achten bewusst auf möglichst geringe Lärmbelastung und Emissionen», erklärt Rolf Steiner. «Und auch die Arbeitssicherheit ist ein weiterer wichtiger Punkt.» Es folgt das Spalten der Stammstücke. Hier erhält das Team vom SAZ jeweils Unterstützung von einem Landwirt aus der Region. Das anschliessende «Aufbigelen» zur Trocknung der Spalten ist eine körperlich anspruchsvolle Tätigkeit, die Kraft, Koordination und Ausdauer verlangt. Gleichzeitig ist sie ein zentrales Element der Arbeit im SAZ. «Das Schöne ist, dass man sofort sieht, was man gemacht hat», sagt Rolf Steiner. «Die Arbeitsleistung ist optisch ersichtlich. Das gibt Zufriedenheit.» Genau darin liegt ein wesentlicher Wert. In einer Welt, in der viele Tätigkeiten abstrakt und digital geworden sind, bietet das Arbeiten mit Holz etwas Ursprüngliches. Ein Stamm wird bearbeitet, gespalten, geschichtet. Schritt für Schritt entsteht ein fertiges Produkt. Für die Mitarbeitenden des SAZ bringt das nicht nur Struktur, sondern erfüllt sie auch mit Stolz. VOM STAMM ZUM HOLZSCHEIT Bis zu acht Personen arbeiten im Bereich Brennholz, je nach Bedarf und Auftragslage. Sie werden von einer Fachperson angeleitet und begleitet. Neben dem Sägen und Spalten gehört auch das sorgfältige Schichten und Lagern zum Arbeitsprozess. Denn danach beginnt die vielleicht wichtigste Phase: das Trocknen. Buchenholz lagert rund drei Jahre an der Luft, bevor es den optimalen Brennwert erreicht. Tannenholz benötigt etwa zwei Jahre. Während dieser Zeit verändert sich das Holz, verliert Feuchtigkeit, gewinnt an Qualität. Erst danach wird es weiterverarbeitet und auf 25 oder 33 Zentimeter Länge zugeschnitten, je nach Kundenwunsch. Auch Nebenprodukte entstehen: Aus Tannenholz werden mit einem Gertel kleine «Spitli» als feines Anfeuerholz gefertigt. Oder geeignete Stämme werden als Spaltstöcke konfektioniert. «Das alles ist eine sehr befriedigende Arbeit für unsere Leute», sagt Rolf Steiner. Was in der Abteilung Brennholz des SAZ entsteht, bleibt in der Region. Zwischen 220 und 500 Ster gelangen jährlich an die meist private Kundschaft. Rund zwei Drittel stammen aus Burgdorf, der Rest aus der näheren Umgebung. Viele bestellen regelmässig und über Jahre hinweg. Es entsteht eine Beziehung, die über das Produkt hinausgeht. «Wir haben viele wiederkehrende Kunden. Da spürt man eine grosse Wertschätzung – auf beiden Seiten», betont Rolf Steiner. Diese Wertschätzung zeige sich auch in vielen kleinen Gesten: Ein Trinkgeld, eine Tafel Schokolade, ein freundliches Gespräch bei der Lieferung. Das Holz wird oft direkt zum Kunden gebracht und auf Wunsch vor Ort aufgeschichtet. Auch besondere Orte werden beliefert, wie etwa letzten Winter der Saunawagen an der Emme, der regelmässig mit Holz versorgt wurde. Oder die Schreinerei Werthmüller mit den beliebten «Ämmesäckli», die beim Bräteln am Fluss zum Einsatz kommen. GELEBTE INKLUSION Für die Burgergemeinde ist die Zusammenarbeit mit dem SAZ weit mehr als ein praktisches Arrangement. «Es ist für uns ein Glücksfall», sagt Simon Rieben. «Wir wissen, wo unser Holz hingeht und dass es sinnvoll eingesetzt wird.» Gleichzeitig bleibe die Wertschöpfung in der Region. In einer Zeit, in der viele Prozesse globalisiert und anonymisiert sind, wirkt dieser kleine Kreislauf entschleunigt. Und gerade darin liegt seine Stärke. Der Weg vom Baum zum Brennholz ist nachvollziehbar, sinnstiftend und geprägt von Menschen, die mit Freude und Hingabe ihre Arbeit verrichten. So wird aus einem Baum im Burgerwald nicht einfach Brennholz, sondern ein Stück gelebte Inklusion. Ein regionaler Kreislauf, der ökologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte verbindet.
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