Nutzung und Schutz im Einklang

Die Burgergemeinde Burgdorf gehört mit total 791 ha bewirtschaftetem Wald flächenmässig zu den grösseren Forstbetrieben und zu den wenigen technischen Forstverwaltungen im Kanton Bern. Im Auftrag des Kantonalen Amtes für Wald übernimmt dabei der Oberförster hoheitliche Aufgaben wie Anzeichnung, Beratung, Öffentlichkeitsarbeit. 

Flächenmässig grösstes und wertvollstes Grundeigentum der Burgergemeinde sind die Wälder rund um Burgdorf. Innerhalb der Gemeinde Burgdorf bedecken die burgerlichen Forsten als Schachenwälder schmale Streifen links und rechts der Emme, sie liegen aber zur Hauptsache auf den Kuppen und Hügeln rings um die Stadt. Mit 595 ha machen die Wälder auf Stadtgebiet etwa 75 Prozent des gesamten burgerlichen Forstbesitzes aus. Weitere Wälder befinden sich in den Nachbargemeinden Wynigen, Heimiswil, Oberburg, Hasle, Kirchberg, Lützelflüh und Rüdtligen-Alchenflüh. 

Wirtschaftswald: 709 ha
Naturschutz und Erholungswald: 82 ha
Jahreszuwachs: ca. 11 m3/ha
Jahresnutzung: ca 7400 m3

  • Binzberg
  • Färnstu
  • Oueberg, Füstleberg und Stadelrain
  • Glööri und Schneitenberg
  • Burdlef-, Oberburg- und Winterseyschachen
  • Reckholter
  • Samstu und Diebstu

 

Forstliche Nachhaltigkeit

Der Laubholzanteil von 50% entspricht der langfristigen Vorstellung der Verantwortlichen für einen stabilen und gesunden Wald in der Region Mittelland. Jung- und Altbestände sind seit dem Sturm Lothar in einem nachhaltigen Verhältnis vertreten.
Pro Jahr werden ca. 7’200  Festmeter Holz geschlagen und aufgerüstet. Diese Menge entspricht knapp dem jährlichen Zuwachs.
Im Burgerwald wird während Jahrzehnten und Jahrhunderten die gleich grosse Menge Holz genutzt , ohne den Wald dabei auszubeuten (forstliche Nachhaltigkeit). Zukünftige Generationen werden somit von diesem Erbe ebenfalls ihren Nutzen ziehen können.

Bei der Bewirtschaftung des Burgerwaldes kommen – wenn immer möglich – die Grundsätze des naturnahen Waldbaus zur Anwendung.

  • Bevorzugung der natürlichen Waldverjüngung gegenüber der künstlichen Verjüngung (Pflanzungen)
  • Anwendung von langen Verjüngungszeiträumen und von Schlagverfahren, welche das typische Waldklima zu erhalten versuchen
  • Verzicht auf ein flächiges Befahren des Waldbodens (Bodenschutz)
  • Streben zum Aufbau von stabilen Mischbeständen

Mit den beiden Waldreservaten «Gysnaufluh» und «Wintersey- und Oberburgschachen» wurden über 50 ha des Burgerwaldes aus der Bewirtschaftung entlassen. Langfristige Verträge mit dem kantonalen Amt für Natur sorgen dafür, dass sich in diesen Wäldern natureigene Entwicklungsprozesse abspielen können.