Burger Journal 16 - November 2026

BURGER JOURNAL16 November 2026 Aus dem Inhalt ----- DER WALD IM WANDEL Trockenheit, Hitze und Klimawandel setzen dem Burgdorfer Wald zu. Förster Simon Rieben erklärt, wie sich der Wald verändert und was das für seine Zukunft bedeutet. AUSGEZEICHNETE KULTUR Künstler, Weltenbummler und Menschenfreund: Markus Schrag erhält den Kulturpreis 2026 der Burgergemeinde Burgdorf. Eine Würdigung seines vielseitigen Schaffens. SUCHEN UND GEWINNEN Auf unserem grossen Wimmelbild zu 300 Jahren Stadtbibliothek gibt es viel zu entdecken. Wer genau hinschaut und die versteckten Bücher zählt, hat die Chance auf attraktive Preise.

Beat Maurer, Burgerratspräsident Liebe Leserin, lieber Leser Die Burgergemeinde Burgdorf hat vielfältige Aufgaben und Ziele. So pflegt und unterhält sie unter anderem historische Gebäude, betreibt öffentliche Einrichtungen und bewirtschaftet ihre Wälder. Dabei geht es nicht nur darum, Bestehendes zu erhalten, sondern auch darum, es weiterzuentwickeln und auf neue Anforderungen auszurichten. Wie das in der Praxis aussieht, zeigen die Beiträge in dieser Ausgabe des Burger Journals. Beim traditionsreichen Landgasthof Sommerhaus wird das Betriebskonzept weiterentwickelt und das gastronomische Angebot gezielt ergänzt. Damit soll der Betrieb sein unverwechselbares Profil stärken und seine Bedeutung als Ort der Begegnung weiter ausbauen. Auch die Stadtbibliothek steht vor einer umfassenden Erneuerung. So schaffen wir die Voraussetzungen, dass sie künftig noch vielseitiger genutzt werden kann. Besonders anspruchsvoll sind die Veränderungen in unseren Wäldern. Der trockene Sommer hat deutliche Spuren hinterlassen. Geschädigte Bäume stellen uns vor schwierige Entscheidungen, bei denen wir zwischen Naturschutz, Sicherheit und Erholungsnutzung abwägen müssen. Eine Entdeckungsreise erwartet Sie in der Heftmitte: Ein Wimmelbild erzählt die Entstehungsgeschichte der Stadtbibliothek. Wer genau hinschaut und die gestreiften Bücher zählt, kann bei unserem Wettbewerb mitmachen und mit etwas Glück Gutscheine für den Landgasthof Sommerhaus gewinnen. Es gibt also einiges zu berichten aus der Burgergemeinde Burgdorf. Und vieles davon zeigt, wie wir Bewährtes pflegen und gleichzeitig Neues auf den Weg bringen. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und viel Vergnügen beim Entdecken und Miträtseln.

«Man kann nicht einfach sagen, dass der Wald stirbt» Simon Rieben, wir stehen hier im Galgenhübeli vor einem Haselstrauch, dessen Blätter teilweise vollständig verdorrt sind. Gleichzeitig sehen wir frische, hellgrüne Triebe. Hat er sich von der Trockenheit erholt? Nein. Der Strauch hat einen grossen Teil seines Laubes verloren und versucht nun, diesen Verlust mit frischen Blattaustrieben zu kompensieren. Das Problem ist, dass wir bald Frost haben. Diese jungen Triebe werden Frostschäden davontragen. Ein paar Schritte weiter stehen Buchen, deren Kronen braun und teilweise bereits kahl sind. Müssen wir davon ausgehen, dass diese Bäume absterben? Nicht unbedingt. Der vorzeitige Blattabwurf ist zunächst eine Überlebensstrategie. Indem der Baum seine Blätter abstösst, reduziert er die Verdunstung und damit den Wasserverlust. Allerdings verursacht die Trockenheit bleibende Schäden. Bei diesen Buchen sind die Wasserleitbahnen derart geschädigt, dass sich die Bäume nicht mehr vollständig erholen werden. Einzelne Äste können absterben, abbrechen und herunterfallen. Die Bäume werden nie mehr so gesund sein wie zuvor. Zweifellos werden aber sehr stark geschädigte Buchen das nächste Jahr nicht überleben. Weshalb sind gerade die Buchen so stark betroffen? Die Buche kann ihre beschädigten Leitgefässe nach Trockenschäden nicht reparieren. Sie ist auf eine gute Wasserversorgung angewiesen. Diese hängt auch wesentlich mit dem Untergrund zusammen. Auf dem Galgenhübeli haben wir einen kieshaltigen Boden, der nur wenig Wasser speichern kann. Besonders kritisch wird es dort, wo wenig Erde auf felsigen Untergrund trifft und die Nachmittagssonne stark auf die Bäume einwirkt. An solchen Standorten geraten Buchen schnell unter Trockenstress. An schattigen DER TROCKENE SOMMER HAT IN DEN WÄLDERN RUND UM BURGDORF DEUTLICHE SPUREN HINTERLASSEN. BESONDERS BETROFFEN SIND ZAHLREICHE BUCHEN. BEI EINEM RUNDGANG DURCH DAS GALGENHÜBELI ERKLÄRT FÖRSTER SIMON RIEBEN, WESHALB DIE TROCKENHEIT NICHT NUR DEN BÄUMEN ZUSETZT, SONDERN AUCH WALDBESITZENDE VOR SCHWIERIGE ENTSCHEIDUNGEN STELLT.

Stellen mit tiefgründigem Humusboden und dementsprechend guter Wasserspeicherkapazität sehen sie dagegen noch recht gesund aus. Der Standort ist ein enorm wichtiger Faktor. Bedeutet das, dass die Buche in unseren Wäldern keine Zukunft mehr hat? So pauschal darf man das keinesfalls sagen. Die Buche wird auf Trockenstandorten verschwinden und in Tieflagen weniger häufig werden. Es wäre völlig falsch, daraus abzuleiten, dass die Buche grundsätzlich verschwindet. Welche Baumarten gewinnen künftig an Bedeutung? Schauen wir uns hier um: Da steht eine Linde, die recht gut aussieht. Daneben eine Traubeneiche, die ebenfalls kaum Schäden zeigt. Auch die Waldföhre hat den Sommer einigermassen gut überstanden. Und unmittelbar daneben stehen Buchen, die schwer geschädigt sind. Das entspricht durchaus den Erwartungen. Aber auch innerhalb einer Baumart gibt es grosse Unterschiede, abhängig vom Standort. Wir werden vermehrt auf Arten setzen müssen, die mit wärmeren und trockeneren Bedingungen besser zurechtkommen. Die Eiche ist dafür ein gutes Beispiel. Auch Linden können an geeigneten Standorten eine wichtige Rolle spielen. Entscheidend ist, dass wir die Baumartenvielfalt erhöhen und nicht alles auf eine Karte setzen. Man kann nicht einfach pauschal sagen, dass der Wald stirbt. Sie haben vorhin auf eine Buche gezeigt, die nach dem Blattverlust nochmals frisches Laub gebildet hat. Ist das ein gutes Zeichen? Mich fasziniert der Überlebenswille der Bäume. Diese Buche hatte bis vor Kurzem praktisch nur noch braune Blätter. Jetzt sehen wir plötzlich wieder hellgrünes Laub. Offenbar hat die geringe Menge an Niederschlag ausgereicht. Das zeigt uns, dass der Baum noch lebt und über gewisse Reserven verfügt. Aber wir dürfen uns nichts vormachen: Was er während der Trockenheit verloren hat, kann er jetzt nicht einfach wettmachen. Bis die Böden wieder ausreichend mit Wasser versorgt sind, braucht es sehr viel Regen. Die Trockenheit ist nicht das einzige Problem, mit dem die Wälder zu kämpfen haben... Genau. Ein grosses Thema ist seit rund zwanzig Jahren das Eschentriebsterben, eine Pilzkrankheit, die unsere Eschenbestände massiv beeinträchtigt. Der Erreger befällt zunächst die Triebe. Geschwächte Eschen können anschliessend von weiteren Pilzen befallen werden, welche den Stammfuss und die Wurzeln schädigen. Irgendwann verlieren die Bäume ihre Standfestigkeit und fallen um. Diese Krankheit hat mit der Trockenheit zunächst nichts zu tun. Aber nun kommen beide Probleme zusammen: das Eschentriebsterben und die Schäden durch Wassermangel. Wir kämpfen gewissermassen an zwei Fronten. Zurück zum Galgenhübeli. Eigentlich ist das Gebiet ein idyllischer Ort mit ungestörter Natur. Weshalb ist die Situation hier besonders schwierig? Weil wir hier zwei Ziele verfolgen, die zunehmend miteinander in Konflikt geraten. Einerseits wollte man diesen Wald möglichst sich selbst überlassen und damit eine Art Naturoase schaffen. Alte Bäume, abgestorbene Äste und Totholz sind für die Biodiversität enorm wertvoll. Andererseits ist das Galgenhübeli ein intensiv genutztes Naherholungsgebiet. Wir haben zahlreiche Wege, Sitzbänke, eine Feuerstelle und einen Waldkindergartenplatz. Die Menschen sollen sich hier aufhalten und die Natur geniessen können. Dieser Widerspruch besteht schon länger, aber durch die massiven Trockenschäden hat er sich in diesem Sommer drastisch verschärft. Weshalb stehen Naturschutz und Erholungsnutzung überhaupt im Widerspruch? Schauen wir uns diese alte Buche an. Sie hat zahlreiche Höhlen und Öffnungen im Stamm, in denen zum Beispiel Insekten Lebensraum finden. Aus ökologischer Sicht ist das ein ausgesprochen wertvoller Baum. Je älter und strukturreicher er wird, desto interessanter wird er für die Biodiversität. Gleichzeitig nimmt aber das Risiko zu, dass abgestorbene Äste herunterfallen und der Baum in sich zusammenfällt. Und unmittelbar daneben verläuft ein Fussweg. Das ist unser Dilemma: Je wertvoller der Baum für die Natur wird, desto problematischer wird er für die Sicherheit der Waldbesuchenden. Müsste man ihn dann nicht einfach stehen lassen und die Besucher auf die Gefahr aufmerksam machen? In einem Wald ohne besondere Einrichtungen wäre das unproblematisch. Sterbende Bäume gehören zum natürlichen Kreislauf. Aber sobald wir Wege, Sitzbänke oder Feuerstellen betreiben, übernehmen wir eine haftungsrechtliche Verantwortung. Wir können eine bekannte und absehbare Gefahr nicht ein­

Revierförster Simon Rieben blickt in die Baumkronen der Buchen auf dem Galgenhübeli. fach ignorieren. Ein Schild mit der Aufschrift «Betreten auf eigene Gefahr» entbindet uns nicht automatisch von dieser Verantwortung. Wenn wir wissen, dass ein Baum geschädigt ist und möglicherweise auf einen Weg stürzen könnte, müssen wir handeln. Welche Konsequenzen hat das nun konkret? Im Grunde gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder wir entscheiden uns konsequent für den Naturschutz. Dann müssten wir die Wege schliessen und die anderen Einrichtungen entfernen. Die Natur könnte sich weitgehend ungestört entwickeln, und die ökologisch wertvollen alten Bäume dürften stehen bleiben. Oder wir sagen, dass uns dieser Erholungsraum wichtig ist und wir ihn weiterhin für die Bevölkerung zugänglich halten wollen. Dann müssen wir zahlreiche Bäume entfernen. Hier wird Letzteres geschehen. Wir werden im Bereich des Galgenhübeli einige Bäume fällen müssen. Nach der Holzernte wird dieser Ort deutlich anders aussehen als heute. Das dürfte bei manchen Waldbesuchenden auf wenig Verständnis stossen. Das kann ich nachvollziehen. Aber wir tun es, weil die Sicherheit entlang der Wege nicht mehr gewährleistet ist. Das ist keine einfache Entscheidung, gerade wenn man weiss, wie wertvoll die betroffenen Bäume für die Natur sind. Sie sprechen aber auch von einer Chance für einen Neuanfang. Was meinen Sie damit? Ein Wald ist nichts Statisches. Er verändert sich ständig, Bäume werden alt, sterben ab und machen Platz für eine neue Generation. Wenn wir über lange Zeit überhaupt nicht eingreifen, kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem eine grössere Erneuerung notwendig wird. Durch die bevorstehenden Eingriffe entsteht die Möglichkeit, den Wald gezielt zu verjüngen und dabei Baumarten zu fördern, die mit den künftigen klimatischen Bedingungen besser zurechtkommen. Weshalb wachsen solche Baumarten nicht einfach von selbst nach? Das hängt unter anderem mit den Lichtverhältnissen zusammen. Wenn ein Wald so dicht ist wie hier, gelangt nur wenig Sonnenlicht auf den Boden. Unter dem Schirm der alten Bäume können sich deshalb vor allem schattentolerante Arten wie die Buche entwickeln. Wenn wir den Bestand öffnen, gelangt mehr Licht auf den Boden. Das schafft neue Möglichkeiten für eine vielfältigere Zusammensetzung der Baumarten. Wie gross ist der Aufwand, den die zunehmenden Schäden für die Burgergemeinde verursachen? Er ist beträchtlich. Allein entlang der Wanderwege an der Emme habe ich in diesem Jahr einen Kontrollaufwand betrieben wie nie zuvor. Wir müssen geschädigte Bäume erkennen, Risiken beurteilen und entscheiden, wo Massnahmen notwendig sind. Die Burgergemeinde arbeitet eng mit der Stadt Burgdorf zusammen. Für die Verkehrssicherheit auf offiziellen Wanderwegen und Velorouten sind nämlich die Einwohnergemeinden verantwortlich und nicht Waldbesitzende. Was bedeutet das für neue Freizeitangebote im Wald? Da sind wir sehr zurückhaltend. Jeder zusätzliche Weg und jede neue Einrichtung schafft nicht nur ein Freizeitangebot, sondern auch neue Fragen der Sicherheit und Verantwortung. Deshalb ist es wichtig, dass bei solchen Vorhaben von Anfang an klar geregelt wird, wer die Anlage betreibt und wer welche Verantwortung trägt. Jeder neue Pfad, jede neue Sitzbank bedeutet früher oder später wieder den Verlust eines ökologisch wertvollen Altbaumes. Das freie Betretungsrecht im Wald bedeutet übrigens nicht, dass Waldbesitzende abseits von erstellten Einrichtungen für Sicherheit und Wohlbefinden verantwortlich sind. Wenn Sie nochmals auf das Galgenhübeli schauen: Überwiegt bei Ihnen die Sorge oder die Zuversicht? Wenn wir selbst nach einer derart ausgeprägten Trockenperiode Exemplare sehen, die nochmals austreiben, und andere, die praktisch unbeschadet geblieben sind, zeigt das, wie unterschiedlich die Natur auf solche Belastungen reagiert. Natürlich machen mir die Schäden Sorgen, und wir werden uns auf weitere Veränderungen einstellen müssen. Entscheidend ist, dass wir differenziert hinschauen. Denn der Wald stirbt nicht einfach – er verändert sich.

Mehr Raum für Bücher. Und für Menschen. EIN NEUES KAPITEL FÜR DIE STADTBIBLIOTHEK Eine Bibliothek ist heute längst nicht mehr nur ein Ort, an dem Bücher ausgeliehen und zurückgebracht werden. Sie bietet Zugang zu Wissen und Informationen, ermöglicht Begegnungen und schafft Raum, um zu lesen, zu lernen oder konzentriert zu arbeiten. Entsprechend haben sich auch die Anforderungen an öffentliche Bibliotheken verändert. Neben einem vielfältigen Medienangebot gewinnen die Aufenthaltsqualität, flexible Nutzungsmöglichkeiten und eine zeitgemässe Infrastruktur zunehmend an Bedeutung. Auch die Stadtbibliothek Burgdorf trägt dieser Entwicklung Rechnung. Ihre Räumlichkeiten an der Bernstrasse 5 wurden letztmals 1994 umfassend renoviert. Was damals modern und zweckmässig war, ist inzwischen in die Jahre gekommen. Neben der Erneuerung der Einrichtung sind auch technische, sicherheitsrelevante, ökologische und akustische Verbesserungen notwendig. Im Frühjahr 2027 beginnt deshalb ein umfassender Umbau. Finanziert wird die Erneuerung durch die Burgergemeinde Burgdorf, die als Trägerin der Stadtbibliothek die erforderlichen Mittel bereitstellt. Die Umbaukosten werden nicht über die Abonnementsgebühren gedeckt. EINE BIBLIOTHEK ZUM VERWEILEN Die neue Innengestaltung soll die Stadtbibliothek nicht nur funktional auf den neuesten Stand bringen, DIE STADTBIBLIOTHEK BURGDORF WIRD NACH ÜBER 30 JAHREN UMFASSEND ERNEUERT. NEUE LESE- UND ARBEITSPLÄTZE, EINE ZEITGEMÄSSE INNENGESTALTUNG UND LÄNGERE ÖFFNUNGSZEITEN SOLLEN SIE ZU EINEM NOCH VIELSEITIGEREN ORT FÜR BILDUNG, KULTUR UND BEGEGNUNG MACHEN. MÖGLICH WIRD DIES DURCH EINE INVESTITION DER BURGERGEMEINDE BURGDORF, DIE ALS TRÄGERIN DER STADTBIBLIOTHEK DEREN ZUKUNFT MITGESTALTET. Möblierungs-/ Farbkonzept ©Atelier Michelle Bühler

sondern auch eine angenehme Atmosphäre schaffen, die zum längeren Aufenthalt einlädt. Das vom Atelier Michelle Bühler entwickelte Gestaltungskonzept verbindet die bestehende Architektur mit einer zeitgemässen Einrichtung. Warme Farbtöne, natürliche Materialien und sorgfältig ausgewählte Möbel prägen das zukünftige Erscheinungsbild. Dabei werden die verschiedenen Bereiche der Bibliothek entsprechend ihren unterschiedlichen Nutzungen gestaltet. Im Erdgeschoss befinden sich unter anderem die Kinder- und Jugendabteilungen, die Ausleihe, ein Cafébereich und Räumlichkeiten für Veranstaltungen. Das Obergeschoss beherbergt die Belletristik, Sachbücher und weitere Medien sowie Arbeits- und Leseplätze. Bequeme Sessel und kleinere Sitzgruppen laden zum Schmökern ein, während zusätzliche Arbeitsplätze Möglichkeiten zum Lernen und konzentrierten Arbeiten bieten. So soll die Stadtbibliothek zu einem Ort werden, an dem man nicht nur Medien abholt, sondern gerne auch etwas länger bleibt. LÄNGERE ÖFFNUNGSZEITEN DANK OPEN LIBRARY Die Stadtbibliothek Burgdorf soll künftig als sogenannte «Open Library» betrieben werden. Dieses Modell hat sich in der Schweiz bereits an zahlreichen Standorten etabliert und ermöglicht es, Bibliotheken auch ausserhalb der regulären, bedienten Öffnungszeiten zu nutzen. Das Prinzip ist einfach: Registrierte Kundinnen und Kunden erhalten während zusätzlicher Öffnungszeiten selbstständig Zugang zur Bibliothek. Die Ausleihe und Rückgabe erfolgen über Selbstbedienungssysteme. Während dieser Zeiten ist kein Bibliothekspersonal vor Ort. Die Open Library ergänzt den bisherigen Betrieb, ersetzt ihn aber nicht. Während der regulären Öffnungszeiten stehen die Mitarbeitenden weiterhin für persönliche Beratung, Auskünfte und Unterstützung zur Verfügung. PROVISORIUM WÄHREND DES UMBAUS IN DER KUNSTHALLE Damit die Bevölkerung auch während der Bauarbeiten nicht auf die Bibliothek verzichten muss, wird ein Provisorium eingerichtet. Dieses befindet sich in der benachbarten Kunsthalle, dem ehemaligen «Söistau», an der Bernstrasse 7. Das Gebäude gehört ebenfalls der Burgergemeinde Burgdorf. Anfang März 2027 schliesst die Stadtbibliothek für rund zwei Wochen, um den Medienbestand und die notwendige Infrastruktur ins Provisorium zu verlegen. Ab Dienstag, 30. März 2027 soll der Bibliotheksbetrieb im Söistau an der Bernstrasse 7 aufgenommen werden. Während der anschliessenden Umbauphase von voraussichtlich rund sechs Monaten bleibt der Medienbestand dort zugänglich. Nach Abschluss der Bauarbeiten erfolgt der Rückumzug an den angestammten Standort. Dafür ist nochmals mit einer kurzen vorübergehenden Schliessung zu rechnen. Das genaue Datum der Wiedereröffnung wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben. EINE INVESTITION IN DIE ZUKUNFT Mit der Investition werden nicht nur die Räumlichkeiten und die technische Infrastruktur erneuert. Sie schafft auch die Voraussetzungen dafür, dass sich die Stadtbibliothek als öffentlich zugänglicher Bildungs-, Kultur- und Begegnungsort weiterentwickeln kann. Möblierungs-/ Farbkonzept im Empfangsbereich ©Atelier Michelle Bühler

WETTBEWERB 300 JAHRE AUF EINEN BLICK Wer sich in das grossformatige Wimmelbild auf der Doppelseite in der Heftmitte vertieft, entdeckt immer wieder neue Einzelheiten. Menschen, Gebäude, Tiere und kleine Szenen. Hinter vielen der gezeichneten Details stecken tatsächliche Ereignisse aus der bewegten Geschichte der Burgdorfer Stadtbibliothek. Es begann 1729. Damals gründete Dekan Johann Rudolf Gruner die Bibliothek, die zunächst in einem Zimmer des Knabenschulhauses am Kirchbühl untergebracht war. Über die Jahrhunderte wechselte sie mehrmals ihren Standort und entwickelte sich zu einer wichtigen kulturellen Institution. Diese wechselvolle Vergangenheit bildet den Stoff für das Wimmelbild. Einige Figuren und Symbole verdienen besondere Aufmerksamkeit: Dekan Gruner etwa ist gleich zweimal zu sehen. Auch die Zeichen der Stadtbibliothek und der Burgergemeinde haben ihren Platz gefunden. Dazu gesellen sich ein Autor, eine Leserin, ein Siebenschläfer und eine Kinderbuchfigur. Wer genau hinschaut, findet sie alle. NOCH MEHR ENTDECKEN Was steckt hinter den einzelnen Szenen? Welche Geschichten erzählen die Gebäude und ihre Bewohner? Über den QR-Code sind weitere historische Hintergründe und Erläuterungen zum Wimmelbild abrufbar. IN DER STADTBIBLIOTHEK BURGDORF WIMMELT ES VON GESCHICHTEN. EIN VOM BURGDORFER ILLUSTRATOR TOBIAS STURM LIEBEVOLL GESTALTETES WIMMELBILD NIMMT DIE LESERINNEN UND LESER DES BURGER JOURNALS MIT AUF EINE ZEITREISE DURCH DIE ERSTEN JAHRE DER BIBLIOTHEK. DABEI GIBT ES VIEL ZU ENTDECKEN UND SO MANCHES ZUM SCHMUNZELN. MIT ETWAS GLÜCK GEWINNEN SIE EINEN VON 43 GUTSCHEINEN FÜR DEN LANDGASTHOF SOMMERHAUS. BÜCHER ZÄHLEN UND GEWINNEN Das im obigen Bild gefundene, gestreifte Buch taucht an verschiedenen Stellen im Wimmelbild auf. Wer findet sie alle? Geben Sie auf der Website der Burgergemeinde Burgdorf die richtige Anzahl an und nehmen Sie am Wettbewerb teil. Mit etwas Glück gewinnen Sie einen der 43 Gutscheine für den Landgasthof Sommerhaus. 1. Preis: Ein Gutschein im Wert von CHF 300.– 2. und 3. Preis: Gutscheine im Wert von je CHF 150.– Weitere Preise: 40 Gutscheine im Wert von je CHF 25.– Unter allen richtigen Einsendungen werden die 43 Gewinnerinnen und Gewinner ausgelost. Viel Glück und vor allem viel Vergnügen beim Suchen! Teilnahmeschluss ist der 30. November 2026. burgergemeinde-burgdorf.ch/ wettbewerb

Bei der Deutung von Familiennamen unterscheidet man folgende Typen: 1. Rufnamen: Benennung nach Vater-, seltener Mutternamen, z.B. Friedrich, Annen 2. Herkunftsnamen: Zugezogene nach ihrer Herkunft, z. B. von Siebenthal, Basler 3. Wohnstättennamen: Einheimische nach ihrem Wohnort, z. B. Imhof, Wegmann 4. Berufsnamen: nach Tätigkeit, Amt, gesellschaftlicher Stellung, z. B. Bauer, Müller, Vogt 5. (Berufs-)Übernamen: nach körperlicher, charakterlicher, biographischer Eigenheit oder beruflicher Tätigkeit, z. B. Schön, Hässig oder Hammer. Man kann Familiennamen in der Regel deuten und sie dem zugrunde liegenden Ruf- oder Ortsnamen (Typen 1 bis 3) oder Gattungswort (Typen 4 und 5) zuordnen. Verliehen worden ist der Name dem ersten Träger aufgrund eines besonderen Merkmals. Brechbühl Ein Flurname Brechbühl, Brächbüel, -büeu ist Grundlage für den lautlich gleichen Familiennamen Brechbühl, ein Emmentaler Geschlecht. Der Lokalname lässt sich nicht mehr eindeutig bestimmen (an den Brächbüel in Oberbipp ist kaum zu denken). Unbestritten sind die beiden Namenelemente. Zu sd. Büel m./n., mhd. büel, bühel m. «Hügel, Anhöhe» tritt in Brech- letztlich das Verb sd. brëche(n), mhd. brëchen «brechen». Vielleicht hat man am Ort etwas gebrochen, Flachs zum Beispiel, oder der Hügel war so steil, dass, etwa durch eine Erdlawine verursacht, das Gelände „abgebrochen“ erschien. Kappeler Mlat. cap(p)ella «kleines Gotteshaus» wird zu ahd. kapëlla, mhd. kap(p)ëlle f. «Kapelle» (Akzent auf der 2. Silbe) und zu mhd. káppel(le) f., alemannisch cháppel(le), betont auf der 1. Silbe und mit abgeschwächtem -el(e). Dieses alemannische cháppel(le) ist Basis von Kappeler, altmundartlich Cháppeler. Als Herkunfts- oder Ortsbewohnername ist Cháppeler entweder auf einen Lokalnamen Cháppel, Cháppele (die Burgdorfer Kappeler sind von Zurzach zugezogen) oder dann auf einen Wohnort bei einer Kapelle zu beziehen. Das heutige Chappälle (auch K-; Akzent auf der 2. Silbe) ist eine jüngere, auf nhd. Kapelle beruhende Entlehnung. Brügger Ein Wohnstättenname (Typus 3), mit -er gebildet zu mhd. brücke, brucke, brügge f. «Brücke», im sd. auch noch in der älteren Bed. «Knüppelweg über nassen Boden»: Brügger ist derjenige, der bei einer Brücke, vielleicht auch bei einem Knüppelweg wohnt. Oder das Geschlecht leitet sich von einem Lokalnamen Brügg ab, dann ist es ein Herkunftsname (Typus 2). Weniger ist an einen Amts- oder Berufsnamen wie Brückenwärter oder Brückenbauer zu denken. Die (Nord-)Ostschweiz kennt anstelle von Brügger den Brugger - ohne Umlaut-ü; so sagt man dort auch Brugg und Rugge(n) und nicht wie bei uns Brügg und Rügge(n). Stupnicki Im Polnischen – die (von) Stupnicki sind um 1440 nahe der ukrainischen Grenze bei Przemysl nachzuweisen – gibt es Endungen, die nur in Familiennamen vorkommen. Die Endung -cki ist eine solche, ursprünglich allein an Lokalnamen, deren Stamm auf k oder c(z) endet, angehängt und den adligen Träger des Namens aufgrund seiner Herkunft (der aus …) oder eines Besitzverhältnisses (Besitzer, Herr von …) benennend. Sprachlich passen könnten der Ort Stupniki bei Bielsk Podlaski oder das heutige Stupnyzja (polnisch Stupnica) in der Westukraine (Oblast Lwiw); sachlich weniger in Frage kommt der Flussname Stupnica westlich von Przemysl. Abkürzungen: sd. = schweizerdeutsch / germ. = germanisch / mhd. = mittelhochdeutsch / ahd. = althochdeutsch / frühnhd. = frühneuhochdeutsch / nhd. = neuhochdeutsch / lat. = lateinisch / mlat. = mittellateinisch / Bed. = Bedeutung / m.-f.-n. = maskulin - feminin - neutral / * = erschlossene, so nicht belegte Form Serie: Burgerliche Namen MIT EINER FORTLAUFENDEN SERIE ERLÄUTERN WIR DIE BEDEUTUNG DER NAMEN VON BURGERN IN DER CHRONO- LOGISCHEN REIHENFOLGE IHRER AUFNAHME IN DIE BURGERGEMEINDE. IN DIESER AUSGABE WERDEN DIE NAMEN BRECHBÜHL (1866), BRÜGGER (1866), KAPPELER (1866) UND STUPNICKI (1869) GEDEUTET.

Ein Tausendsassa der Kleinkunst KULTURPREIS 2026 Wenn Mägic Hene seine grossen Zaubertricks aus Las Vegas vorführt, geht selten alles nach Plan. Mal versagt die Technik, mal scheitert der grosse Auftritt an einer Kleinigkeit. Doch genau darin liegt der Witz. Hinter dem vermeintlich tollpatschigen Zauberer steckt Markus Schrag, ein versierter Theatermann, der sein Publikum mit feinem Gespür für Situationskomik und der Kunst des Scheiterns begeistert. Mägic Hene ist nur eine von vielen Figuren, mit denen der Burgdorfer Kulturschaffende seit Jahrzehnten unterwegs ist. Sein Repertoire reicht vom komischen Kellner Bruno, der bei gesellschaftlichen Anlässen für unerwartete Zwischenfälle sorgt, über Improvisationstheater bis zu aufwendigen Strassenspektakeln. Und wenn Markus Schrag nicht selbst auf der Bühne steht, baut er Bühnenbilder, tüftelt an mechanischen Konstruktionen oder organisiert Anlässe, bei denen andere Kunstschaffende im Rampenlicht stehen. VON DER WERKBANK AUF DIE BÜHNE Dass Markus Schrag einmal sein Leben der Kleinkunst widmen würde, war keineswegs vorgezeichnet. Der heute 60-jährige absolvierte zunächst eine Ausbildung als Sanitärzeichner. Doch seine eigentliche Leidenschaft galt dem Theater. In den 1990er-Jahren zog er mit dem Theaterzirkus Wunderplunder durch die Schweiz und sammelte erste Erfahrungen mit Improvisation, Strassentheater und dem unmittelbaren Kontakt zum Publikum. Später führte ihn sein Weg nach Paris an die internationale Theaterschule Jacques Lecoq. Bei Philippe Gaulier vertiefte er seine OB ALS SCHRÄGER ZAUBERKÜNSTLER, KOMISCHER KELLNER, BÜHNENBAUER ODER ORGANISATOR: MARKUS SCHRAG IST EIN MULTITALENT MIT EINER VORLIEBE FÜRS UNKONVENTIONELLE. SEIN VIELSEITIGES SCHAFFEN UND SEIN ENGAGEMENT FÜR DAS BURGDORFER KULTURLEBEN WURDEN NUN MIT DEM KULTURPREIS 2026 DER BURGERGEMEINDE BURGDORF BELOHNT. Foto: Werner Bosshard / DiaProject

Kenntnisse der Komik und des körperbetonten Theaters. Die dort erlernte Kunst, mit wenigen Mitteln ganze Geschichten zu erzählen, prägt sein Schaffen bis heute. Zurück in der Schweiz folgten zahlreiche Engagements und eigene Projekte. Seit 2001 gehört Markus Schrag zum Improvisationstheater «Theater am Puls». Er wirkte in Film- und Fernsehproduktionen mit, stand auf unzähligen Bühnen und entwickelte immer wieder neue Figuren und Formate. EINE BESONDERE FREUNDSCHAFT Eine wichtige Rolle in seiner Laufbahn spielt Luciano Andreani. Die beiden Künstler begegneten sich 1999 zufällig in einem Brockenhaus in Worb, wo sie sich für denselben Akkuschrauber interessierten. Aus der Begegnung entstand eine langjährige Freundschaft und Zusammenarbeit. Als Comedy-Duo «Hell und Schnell» tourten sie von 2003 bis 2015 durch die Schweiz. Ihre Auftritte verbanden absurden Humor mit selbstgebauten Apparaturen, überraschenden Effekten und einer gehörigen Portion Selbstironie. Die gemeinsame Freude am Tüfteln und Experimentieren ist geblieben. Ein sichtbares Zeugnis davon ist der «Luftibus» über dem Mühlebach in der Burgdorfer Unterstadt. Das kinetische Kunstwerk mit seinem beweglichen Gesicht reagiert auf Wind und lässt sich durch Wasserpumpen auch vom Publikum zum Leben erwecken. Es ist Kunst, die nicht aus der Distanz betrachtet werden will, sondern zum Mitmachen einlädt. KULTUR ENTSTEHT GEMEINSAM Markus Schrags Wirken erschöpft sich längst nicht in der Rolle des Darstellers. Mindestens ebenso wichtig ist ihm, anderen eine Bühne zu bieten. Ein Beispiel ist der «Kuriose Mittwoch» in der Kulturhalle Sägegasse. Das 2019 von ihm und Stefanie Bolzli lancierte Varietéformat bietet Raum für Musik, Comedy, Artistik und überraschende Experimente. Hier treffen etablierte Kunstschaffende auf Nachwuchstalente, lokale Grössen auf Gäste von ausserhalb. Nicht alles muss perfekt sein. Gerade das Unvorhersehbare macht den Reiz solcher Abende aus. Ein weiteres Herzensprojekt ist die «Buvette Sans Souci». Seit 2020 verwandelt das sommerliche Festival einen Platz in Burgdorf für einige Tage in eine lebendige Welt aus Strassentheater, Zirkus, Musik und Begegnungen. Das Programm bringt Künstlerinnen und Künstler unterschiedlicher Herkunft und Disziplinen zusammen und macht Kultur unmittelbar erlebbar. Markus Schrag ist dabei nicht bloss Organisator. Neben den Mitstreiterinnen Xenia Jundt, Simone Wahli und Brigitte Woodtli bringt er sein weit verzweigtes Netzwerk ein, kümmert sich um praktische Fragen und sorgt mit seinem technischen Können dafür, dass aus einer Idee eine funktionierende Bühne wird. Auch international tätige Kunstschaffende finden durch ihn den Weg nach Burgdorf. Wie selbstverständlich Markus Schrag zwischen Kunst und Handwerk wechselt, zeigt sich auch hinter den Kulissen. Er entwirft und baut Bühnenbilder, Requisiten und mechanische Objekte für unterschiedlichste Theaterproduktionen. Eine ferngesteuerte Krähe gehört ebenso zu seinen Arbeiten wie aufwendige Bühneneffekte. Dazu vermietet er Zirkuszelte und die passende Infrastruktur. Wo andere zwischen künstlerischer Idee und technischer Umsetzung eine Grenze ziehen, sieht Schrag vor allem Möglichkeiten. Diese Vielseitigkeit macht ihn zu einer besonderen Figur in der Kulturszene. Er ist Schauspieler, Komiker, Handwerker, Ideengeber, Netzwerker und Möglichmacher in einer Person. Vor allem aber scheint ihn eine Überzeugung anzutreiben: Kultur lebt vom gemeinsamen Tun. Vom gegenseitigen Unterstützen, vom Ausprobieren und von der Bereitschaft, auch einmal etwas zu wagen, dessen Ausgang noch ungewiss ist. VERDIENTE ANERKENNUNG Mit dem Kulturpreis 2026 würdigt die Burgergemeinde Burgdorf deshalb weit mehr als eine beeindruckende künstlerische Laufbahn. Die Kulturkommission mit Lorenz Landolt, Alexandra Kunz, Mirjam Hässig, Raff Fluri und Remo Zumstein zeichnet einen Menschen aus, der das kulturelle Leben der Region seit Jahrzehnten mitgestaltet und bereichert. Markus Schrag ist auf Bühnen weit über Burgdorf hinaus zu Hause. Seine künstlerischen Wurzeln und sein Lebensmittelpunkt liegen jedoch in der Region. Hier entstehen Ideen, werden Freundschaften gepflegt und Projekte verwirklicht, die ohne seinen Einsatz vielleicht nie zustande gekommen wären. Der Kulturpreis ist damit auch eine Anerkennung für jene oft unsichtbare Arbeit, ohne die eine lebendige Kulturszene nicht denkbar wäre: Für das Organisieren, Vernetzen, Aufbauen und Ermöglichen. Und für einen Künstler, der sich selbst nicht immer ganz ernst nimmt, seine Arbeit und die Menschen dahinter aber umso mehr.

Das Sommerhaus. Immer einen Besuch wert KULTIVIERTE GELASSENHEIT MIT LANGER GESCHICHTE Das Sommerhaus vor den Toren Burgdorfs war schon immer ein Ort, an dem Menschen zusammenkamen. Einst machten hier Reisende auf den beschwerlichen alten Verkehrswegen Richtung Zentralschweiz oder Bern Rast, während die Burgdorfer Stadtbevölkerung ausserhalb der Stadtmauern Erholung in der Natur und Geselligkeit suchte. Seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts diente das Sommerhaus, damals «Leuenbad» genannt, als «Baadwirtschaft». Dabei dürfte es weniger die heilende Wirkung des Wassers gewesen sein, welche die Menschen ins Leuenbad lockte, als vielmehr die Aussicht auf gesellige Stunden abseits des reglementierten städtischen Lebens. Beliebt waren wohl auch die Tanzveranstaltungen und das Kegelspiel. RAUS AUS DEM ALLTAG. SEIT 1650 Das Leben innerhalb der damals noch umringenden Stadtmauern war eng. Nicht nur räumlich, sondern auch gesellschaftlich. Man kannte sich, beobachtete einander und wusste, was sich gehörte. Umso verlockender war ein Ausflug vor die Tore der Stadt mit Panoramablick auf die Umgebung. Hier konnte man dem geschäftigen Alltag und den neugierigen Blicken der Nachbarn für eine Weile entfliehen, die Natur geniessen und sich in ungezwungener Atmosphäre begegnen. DAS SOMMERHAUS IST WEIT ÜBER BURGDORF HINAUS FÜR SEINE EINZIGARTIGE TERRASSE BEKANNT. DOCH DAS TRADITIONSREICHE HAUS HAT WEIT MEHR ZU BIETEN: EINE GEMÜTLICHE GASTSTUBE, STIMMUNGSVOLLE RÄUME FÜR FESTE UND BANKETTE SOWIE BESONDERE ERLEBNISSE. VOM KRIMIDINNER BIS ZUM FONDUE IM WINTERLICHEN GARTENHÄUSCHEN.

Das Sommerhaus wurde so zu einem beliebten Treffpunkt, an dem man zusammenkam, um zu feiern, zu geniessen, sich auszutauschen oder einfach ein paar unbeschwerte Stunden zu verbringen. Daran hat sich bis heute wenig geändert. Noch immer lädt das Sommerhaus dazu ein, den Alltag für eine Weile hinter sich zu lassen. Gleichzeitig wird das traditionsreiche Haus laufend weiterentwickelt: Räumlichkeiten werden aufgewertet und modernisiert, neue Angebote und Erlebnisse geschaffen. Auch der visuelle Auftritt wird derzeit überarbeitet. «Das Sommerhaus hat eine einzigartige Geschichte und eine unverwechselbare Identität. Diese möchten wir noch stärker sichtbar machen und mit den Ansprüchen moderner Gastronomie verbinden», sagt das Gastgeber-Paar Daniel und Alexandra von Arx. Das neue Erscheinungsbild wird schon bald auf Menükarten und bei der Beschilderung zu sehen sein. Die neue Website unter sommerhaus.ch folgt einige Wochen später. VIEL MEHR ALS DIE SCHÖNSTE TERRASSE DER REGION Für viele ist das Sommerhaus vor allem eines: die einzigartige Terrasse mit ihrem herrlichen Blick ins Grüne. An warmen Tagen gehört sie zweifellos zu den schönsten Orten der Region, um ein gutes Essen oder einen Apéro im Freien zu geniessen. Doch auch im Innern hat das Sommerhaus einiges zu bieten. Die Gaststube verbindet historische Elemente mit einer gemütlichen, ungezwungenen Atmosphäre. Ob zum Mittagessen, für ein Abendessen oder einfach auf ein gutes Glas Wein. Für Familienfeste, Hochzeiten, Firmenanlässe oder Bankette stehen verschiedene Räumlichkeiten zur Verfügung: Vom historischen, eben erst modernisierten Gewölbekeller über die traditionelle Burgerstube bis zum lichtdurchfluteten grossen Festsaal, der Platz für bis zu 100 Personen bietet. So findet sich für unterschiedlichste private und geschäftliche Anlässe ein passender Rahmen. AUCH IM WINTER EIN ERLEBNIS Das Sommerhaus hat längst nicht nur im Sommer Saison. Feiertags-Specials, saisonale Angebote und Veranstaltungen sorgen das ganze Jahr über für Abwechslung. Dazu gehören auch die beliebten Krimidinner, die ein mehrgängiges Essen mit einer spannenden Geschichte verbinden. Und in der kalten Jahreszeit laden die beheizten Fondue-Häuschen auf der Terrasse zu gemütlichen Abenden ein. FONDUE UNTER STERNEN Die Fondue-Häuschen auf der Sommerhaus-Terrasse bieten Platz für bis zu vier Personen, ein grösseres Häuschen für sechs bis acht Gäste. In gemütlicher Runde mit der Familie oder mit Freunden lässt sich hier ein Fondue geniessen – mitten im winterlichen Garten und doch angenehm warm. Eine frühzeitige Reservation wird empfohlen. Seit Jahrhunderten ein beliebtes Ausflugsziel Ein vergnüglicher Winterabend im Fondue-Häuschen ©Burgerarchiv, Foto Bechstein um 1900

Informationen HERAUSGEBER Burgergemeinde Burgdorf Kirchbühl 25, 3400 Burgdorf Tel. 034 422 31 19 info@bgburgdorf.ch www.burgergemeinde-burgdorf.ch KONZEPT DESIGN TEXT YOUHEY Communication, Burgdorf DEUTUNG FAMILIENNAMEN Dr. Andreas Burri BILDER YOUHEY, zvg WIMMELBILD Tobias Sturm, tobiassturm.ch DRUCK Haller+Jenzer AG, Burgdorf AUFLAGE 11’000 Ex. Das Burger Journal erscheint zweimal jährlich Die Burgergemeinde Burgdorf stellt ihren Ausbildungs- und Weiterbildungsfonds auf eine breitere Basis. Die Burgergemeindeversammlung hat das bisherige Reglement einstimmig aufgehoben. Damit können die Fondsmittel künftig nicht mehr nur für Stipendien, sondern auch für Bildungsprojekte von Schulen, Vereinen und weiteren Organisationen eingesetzt werden, wie zum Beispiel für Projektwochen, Kurse oder Exkursionen. Der seit 2017 sistierte Fonds verfügt über ein Vermögen von rund 482’000 Franken. Mit der Neuausrichtung sollen die Gelder wieder gezielt der Aus- und Weiterbildung zugutekommen. Der Ausbildungsfonds hat eine lange Geschichte: Er entstand 1971 aus dem Zusammenschluss dreier älterer Fonds, deren Ursprünge teilweise bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen. Seit 2017 war er sistiert, weil kaum noch Gesuche für Stipendien eingingen und Unterstützungsbeiträge teilweise zu Kürzungen kantonaler Stipendien führten. AUSBILDUNGSFONDS MIT NEUER AUSRICHTUNG WIR GRATULIEREN WILLKOMMEN IM TEAM Mit Timon Spahr hat die Burgergemeinde Burgdorf einen neuen Lernenden im Forstbetrieb. Der 15-Jährige aus Ersigen absolviert die Ausbildung zum Forstwart und lernt dabei die vielfältigen Aufgaben rund um die Pflege und Bewirtschaftung des Waldes kennen. Auch in seiner Freizeit ist Timon gerne aktiv: Er spielt Unihockey und widmet sich dem Hornussen. Die Burgergemeinde heisst Timon herzlich willkommen und wünscht ihm eine spannende und erfolgreiche Lehrzeit. Yvonne Greisler 100. Geburtstag am 10.05.2026 Ursula Spring 85. Geburtstag am 14.06.2026 Sonja Schlegel 90. Geburtstag am 04.07.2026 Franz Haldimann 85. Geburtstag am 10.08.2026 Thomas Mettler zu 25 Jahren Mitarbeit auf der Ratskanzlei der Burgergemeinde am 01.12.2026

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